Kämpferisch und bürgernah: Trauer um ehemaligen Bürgermeister der VG Kröv-Bausendorf

Kröv/Andel · Otto Maria Bastgen ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 64 Jahren. Bastgen war von 1995 bis zu seiner Erkrankung im Jahr 2013 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf. Danach vertrat ihn der erste Beigeordnete Bernward Helms-Derfert. Im August 2014 wurde Bastgen in den Ruhestand verabschiedet.

 Otto Maria Bastgen, langjähriger Bürgermeister der ehemaligen VG Kröv-Bausendorf, wurde nur 64 Jahre alt. TV-Foto: Archiv/Winfried Simon

Otto Maria Bastgen, langjähriger Bürgermeister der ehemaligen VG Kröv-Bausendorf, wurde nur 64 Jahre alt. TV-Foto: Archiv/Winfried Simon

Foto: (g_pol3 )

Kröv/Andel. Als Otto Maria Bastgen im August 2014 in der Kröver Weinbrunnenhalle in einer bewegenden Feierstunde offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde, sagte er mit etwas Wehmut: "Ich musste unfreiwillig das Steuer abgeben. Es fällt mir nicht leicht, von der politischen Ebene abzutreten."
Bastgen, damals bereits von seiner schweren Krebserkrankung gezeichnet, war ein Vollblut-Kommunalpolitiker. Ein Bürgermeister, der beherzt, couragiert und mit Geschick die Interessen "seiner" Verbandsgemeinde vertrat.

Er passte wie kein zweiter zu Kröv-Bausendorf. Der bodenständige, kontaktfreudige Mann, hemdsärmelig und ausgestattet mit einer gewissen Bauernschläue, fühlte sich in seinem Kröver Amtssitz stets wohl. Für viele war er nicht der Herr Bastgen oder der Herr Bürgermeister, sondern der Otto Maria. Er stand stets auf gleicher Ebene mit den Bürgern.

Aber er wurde auch respektiert. In den 18 Jahren, in denen er die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf führte, konnte er zahlreiche Projekte umsetzen - vom Bau der Weinbrunnenhalle in Kröv bis zum Gemeindezentrum Bausendorf - um nur zwei zu nennen. Das hat ihm viele Sympathien und Anerkennung eingebracht.
Im Verbandsgemeinderat gab es kaum Querelen. Otto Maria Bastgen verstand es, ein "Wir-Gefühl" zu schaffen. Er wusste: Wenn eine Kommune etwas erreichen will, muss der Rat an einem Strang ziehen.

Mit einem gewissen Stolz sagte er in einem Gespräch vor fünf Jahren: "Wir haben im Rat eine All-Parteien-Koalition. Es herrscht ein großer Gemeinschaftsgeist." Das erreichte er auch deshalb, weil er, der CDU-Mann, sich gelegentlich gegen seine Partei stellte, wenn er was für Kröv-Bausendorf erreichen wollte. Ihm kam es stets auf das Ergebnis an. "Bei uns könnte auch ein SPD-Mann, wenn er denn gut ist, Verkehrsamtsleiter werden", sagte er in einem Gespräch mit dem TV.
Otto Maria Bastgen, geboren am 17. Februar 1951 in Wittlich-Bombogen, war, bevor er 1995 zum Bürgermeister der VG Kröv-Bausendorf gewählt wurde, Rechtsanwalt in Bernkastel-Kues. Zweimal wurde er mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Jedes Mal trat er nicht als CDU-Kandidat, sondern als Einzelbewerber an.

Otto Maria Bastgen kämpfte bis zuletzt für die Eigenständigkeit der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf. Er werde nicht zulassen, dass eine politische Einheit, die bestens funktioniert, gewaltsam auseinandergeschlagen wird, betonte er immer wieder. Eine Fusion mit der VG Traben-Trarbach wäre "eine politische Vergewaltigung". Er konnte den vom Land beschlossenen Zusammenschluss mit der VG-Traben-Trarbach aber nicht verhindern, trotz einer Bürgerbefragung und trotz einer Klage gegen das Land. Er konnte wegen seiner Erkrankung auch nicht mehr für Kröv-Bausendorf kämpfen. Zwei Jahre zuvor hatte er noch voller Optimismus und Zuversicht gesagt: "Ich werde der Letzte sein, der von Bord geht."

Am Dienstag ist Otto Maria Bastgen, der seine Ehefrau und drei Söhne hinterlässt, für immer von Bord gegangen. Weggefährten, Freunde und viele Menschen, die ihn kannten, trauern um ihn. Das Sterbeamt ist am Samstag, 14. November, um 14 Uhr in der Pfarrkirche Kröv, anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof in Andel.