Käpt’n Ahab und der Wolf
PRÜM/IRREL. Inspiriert von der Idee, Musik, Erzählung und Schauspiel stärker miteinander zu verschmelzen, um sie dem Publikum als neues eigenständiges Kunstsujet näher zu bringen, hatten etwa sechzig junge, ambitionierte Eifeler Musiker das "Eifel-Musik-Projekt" ins Leben gerufen.
Das Ergebnis intensiver Arbeit kann sich sehen lassen. Die Mischung dreier, eher eigenwilliger Stilelemente ist meisterlich gelungen. "Prosaisches Konzert-Theater" - so oder ähnlich mag man es nennen, was nun in der Region Premiere feiert und sicherlich nicht auf die Eifel begrenzt bleiben dürfte. Ein nicht alltäglicher Kunstgenuss jedenfalls erwartet die Besucher am 29. Oktober in der Irreler Gemeindehalle und einen Tag später in der Prümer Karolingerhalle. Grundidee und Konzept dieser neuen Variante des Musiktheaters, stammen von dem jungen Dirigenten Rainer Serwe. Für den wichtigen Part des Schauspielers gewann Serwe den im gesamten deutsch-sprachigen Raum renommierten Darsteller Thomas Peters. Im Orchester brillieren ausgesuchte Musiker aus zahlreichen Eifeler Musikvereinen. Die organisatorische Projektleitung liegt bei Wilma Dahm vom Musikverein Daleiden. "Das Konzertprogramm steht unter dem Motto "Märchen und Geschichten", verriet Wilma Dahm bei einer 16-stündigen Register- und Gesamtprobe aller Ensemble-Mitglieder in der Prümer Wand-Albert Schule. Dazu werden die schönsten Werke bekannter Komponisten erklingen. Wenn Thomas Peters beispielsweise das beliebte Musikmärchen "Peter und der Wolf" als Erzähler begleiten wird, so Wilma Dahm, sei "zurücklehnen und genießen" angesagt. Dagegen werde bei der auf stürmischer See spielenden, eher aufregenden Geschichte vom Kapitän Ahab und dem weißen Wal das Orchester die Zuhörer abrupt aus allen Märchenträumen reißen. Wieder etwas ruhiger geht es Wilma Dahm zufolge in den geheimnisvollen Welten zu, die der Seemann Lamuel Gulliver auf seinen weiten Reisen entdeckt. In die Heimat zurückgekehrt, gibt es eine Begegnung mit den Bremer Stadtmusikanten, mit Esel, Katze, Hund und Hahn. Beeindruckender Kontrapunkt ist der szenische und musikalische Kontrast, wenn Nostradamus das Geheimnis seiner Prophezeiungen preisgibt. Bei Rainer Serwe liegt auch die künstlerische Gesamtleitung des Projektes. "Mit der Realisierung erfüllt sich für mich ein lang gehegter Wunsch", sagt der 23-Jährige, der den Musikverein Daleiden dirigiert und in Maastricht Blasorchester-Direktion studiert. Thomas Peters, 1973 in Trier geboren, fand über die Blasmusik und als Bandleader den Weg zur Bühne. Seine Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz absolvierte er am Konservatorium der Stadt Wien. Zur Zeit spielt er an den Staatstheatern Wiesbaden und Braunschweig. Der Kontakt zum "Eifel-Musik-Projekt" und Rainer Serwe entstand durch das Engagement von Thomas Peters als römischer Zenturio in dem in seiner Heimatstadt Trier laufenden und auch als Fernseh-Sendung ausgestrahlten Ein-Mann-Theaterstück "Das Geheimnis der Porta Nigra". Am Samstag, 29. September, 20 Uhr gastiert das Ensemble des Eifel-Musik-Projekts in der Gemeindehalle Irrel, am Sonntag, 30. Oktober, 15 Uhr in der Karolinger Halle in Prüm. Der Eintritt ist frei. Einlass ist 45 Minuten vor Beginn. Für Kinder unter acht Jahren sind die Aufführungen nicht geeignet. Reservierungswünsche für Gruppen über zehn Personen nimmt Wilma Dahm, Telefon 06550/1849, entgegen.