Kalte Dusche erlaubt

BITBURG/PRÜM/DAUN/GEROLSTEIN. Das Schwitzen scheint vorerst vorbei zu sein. Doch hat unser Verhalten bei der Hitze – zweimal am Tag duschen, häufiges Bewässern des Gartens – Folgen? Wird das Wasser knapp? Der TV hat bei den Wasserwerken nachgefragt?

"Nein, bei uns gibt es keine Wasser-Engpässe", lautete die Antwort von Hans Esch von den Bitburger Stadtwerken. Und die wurde von den Kreiswasserwerken Bitburg-Prüm und den VG-Wasserwerken von Speicher bis Daun bestätigt. "Natürlich, bei diesen Temperaturen geht die Wasserförderung hoch. In unseren Brunnen ist jedoch keine größere Absenkung erkennbar", erklärt Esch. Und auch an der Wasserqualität habe sich durch die Hitze in der Region nichts geändert. Das liegt vor allem an der großen Tiefe, aus der das Wasser entnommen wird. Die Stadt Bitburg beispielsweise bezieht ihr Wasser aus vier Brunnen, die teilweise bis zu 320 Meter tief sind. Auch die Bitburger Brauerei bedient sich daraus. "Das ist ein sehr ergiebiger Speicher", sagt Esch. Selbst wenn die Hitze noch länger anhalten würde, seien keine Engpässe zu erwarten, heißt es auch aus dem Wasserwerk der VG Bitburg-Land.Appell: Sinnvoll mit Wasser umgehen

"Wir geben derzeit täglich rund 6000 Kubikmeter Trinkwasser an die Haushalte und Großabnehmer ab. Das sind etwa 18 Prozent mehr als im Vergleichsmonat Juli 2005", erklärt Karl Servatius, Werkleiter bei den VG-Werken Gerolstein. Bei durchschnittlich rund 20 Prozent liegt der Mehrverbrauch in der gesamten Region. "Lediglich plötzliche Mehrverbräuche, beispielsweise durch einen Rohrbruch, können im Moment zu Versorgungsengpässen führen", erklärt Klaus-Willi Wirtz vom Gruppenwasserwerk in Daun. Einschränkungen für den privaten Wasserverbrauch hat es in diesem Sommer bislang nicht gegeben, im Bereich Daun wurde allerdings teilweise ein reduziertes Bewässern von Sportplätzen angeordnet. Doch auch wenn es in der Region zurzeit keine Vorschrift gibt, was den persönlichen Wasserverbrauch angeht, so appelliert Willi Heck vom Kreiswasserwerk Bitburg-Prüm doch an die Bürger, sinnvoll und verantwortungsbewusst mit Wasser umzugehen. Im privaten Bereich rät er, Gärten und Grünflächen nicht zu berieseln. Wenn das jedoch unumgänglich sei, dann nur in den späten Abendstunden oder während der Nacht. Probleme gibt es laut Experten stellenweise durch Hydranten im offenen Versorgungsnetz. "Wir müssen leider immer wieder feststellen, dass unerlaubterweise Wasser über Standrohre entnommen wird", berichtet Heck. Dabei stellt die entnommene Wassermenge nicht das Hauptproblem dar. "Die Wasserentnahmen für Bewässerungen von Sportanlagen oder Feste verursachen erhebliche Turbulenzen und Druckstöße im Rohrnetz, die dann wiederum zu Rohrbrüchen führen", heißt es beim Kreiswasserwerk Bitburg-Prüm. Außerdem könnten durch derartige Entnahmen Versorgungsengpässe und Druckabfälle innerhalb ganzer Ortschaften auftreten, die wiederum einen Bereitschaftsdiensteinsatz auslösen und somit hohe Kosten verursachen. "Dass trotz der hochsommerlichen Witterung die Versorgung mit Trinkwasser hinreichend gesichert ist, ist in erster Linie dem guten Team der Mitarbeiter, insbesondere dem Außendienst des Kreiswasserwerks, zu verdanken, die rund um die Uhr im Einsatz sind", sagt Heck. Und diesem Lob schließen sich alle Wasserwerke an.