Kalvarienberg: Bewuchs soll weichen
Prüm · Der Explosionskrater am Prümer Kalvarienberg wächst immer wieder zu, was manchen Besucher stört. Allerdings kann er nicht jederzeit freigeschnitten werden: Erstens braucht man dafür Geld, zweitens sind Naturschutz-Regeln zu beachten.
Prüm. Gestrüpp am Prümer Kalvarienberg: "Das ist ärgerlich, man kann mit niemandem mehr da hingehen", sagt Monika Rolef, Stadt- und Verbandsgemeinderatsmitglied für die Liste Kleis und die FWG. Viele Touristen in der Abteistadt wollten den Berg und den Explosionskrater besuchen, würden dort aber außer viel Grün nichts sehen: Der Krater wächst immer wieder zu.
Den Trieben der Natur könne man allerdings nicht einfach so und jederzeit etwas entgegensetzen, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU). "Dazu muss auch Geld da sein." Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile Geld - die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord hat soeben 4000 Euro für Pflegearbeiten im Krater bewilligt, 1000 Euro muss der Naturpark Nordeifel übernehmen. Der Park hat das Vorhaben in sein Jahresprogramm aufgenommen und wird die Arbeiten gemeinsam mit dem Forstamt Prüm angehen.
Allerdings nicht sofort: Man könne zwar hier und da kleinere Stellen beschnippeln, sagt Ulrich Klinkhammer vom Naturpark. "Flurhecken und sonstige Hölzer darf man aber nur zwischen Oktober und Ende Februar beschneiden." Da müsse man sich an die Vorgaben von Natur- und Vogelschutz halten.
Deshalb werden die größeren Arbeiten erst im Herbst beginnen. Der Naturpark wird außerdem noch in diesem Jahr Stufen und Geländer ausbessern. Ansonsten gelte: "Es wächst immer wieder zu, aber die Gelder werden knapper, und das ist eben schwierig." Zudem müsse der Naturpark jede einzelne Maßnahme begründen und sich bewilligen lassen.
Man habe eben "ein Riesenproblem, den Kalvarienberg frei zu halten", sagt Mathilde Weinandy. "Das wächst nach. Wie im Garten." Die Bauhof-Mitarbeiter hätten allerdings in der Zwischenzeit den Weg durch den Krater freigeschnitten. "Und die gehen auch noch mal hin." fpl
Die Katastrophe nach der Katastrophe: In den Nachkriegsjahren wurde die Stadt Prüm von einer weiteren Tragödie heimgesucht. Am 15. Juli 1949 explodierte in einem Bunker auf dem Kalvarienberg ein Munitionslager und riss einen tiefen Trichter in die Landschaft. Die Trümmer flogen Hunderte Meter weit, zwölf Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Häuser in der Abteistadt wurden beschädigt oder zerstört. Auf dem Kalvarienberg erinnert heute ein Mahnmal an die Katastrophe vor 62 Jahren. fpl