Kampf den Müll-Chaoten

Rund 25 000 Euro gibt der Eifelkreis jährlich für die Entsorgung von illegalem Müll aus. Um den wilden Abfall in den Griff zu kriegen, der bei Sperrmüllsammlungen vor allem in Bitburg auftaucht, soll ab dem kommenden Jahr das Abhol-System geändert werden.

Bitburg. Das alte Sofa, das ungeliebte Bücherregal oder das ausgediente Bügelbrett: Wer im Eifelkreis Bitburg-Prüm Sperrmüll loswerden will, hat an drei festen Terminen pro Jahr die Möglichkeit, die alten Sachen zu entsorgen. Das mit den festen Terminen soll jedoch für die Bitburger künftig anders werden. Und zwar zum ersten Juni 2013. Der Grund dafür ist, dass es gerade in der Kreisstadt immer wieder Probleme gibt mit Dingen, die im Sperrmüll (siehe Extra) nichts zu suchen haben. Der Müll wird nicht richtig sortiert.
Der Kreisausschuss für Umweltschutz und Abfallwirtschaft hat in seiner jüngsten Sitzung darüber vorberaten. Eine endgültige Entscheidung fällt jedoch erst im nichtöffentlichen Teil der nächsten Kreistagssitzung, die am Freitag, 4. Mai, stattfindet.
Bei der Stadt Bitburg kennt man die Lage. "Es gibt zwar keine Problemstellen im Sinne von wilden Müllkippen", sagt Werner Krämer von der Stadtverwaltung. Es gehe viel mehr darum, dass bei der Abholung des Sperrmülls Dinge auftauchen, die erstens nicht in den Sperrmüll gehören und zweitens keinem Haushalt eindeutig zugeordnet werden können. Das sind häufig alte Elektrogeräte oder Rest abfälle. Auch beispielsweise Türen, die nicht in den Sperrmüll gehören, liegen dann oft an der Straße. Das soll künftig eben anders laufen.
Abholung auf Abruf


Jeder Haushalt aus Bitburg soll dann die Möglichkeit haben, mit speziellen Abrufkarten oder -marken drei Mal pro Jahr eine Sperrmüllabfuhr zu bestellen. Dabei sollen pro Haushalt bis zu zwei Kubikmeter pro Abfuhr abgegeben werden dürfen. Bestellt wird der Müllwagen bei der Kreisverwaltung in Bitburg. Diese wiederum gibt den Auftrag dann an das entsprechende Entsorgungsunternehmen weiter.
An den Müllgebühren wird sich durch die Umstellung nichts ändern, sie bleiben einheitlich. Zurzeit zahlt jeder Haushalt im Eifelkreis 40 Euro Grundgebühr. Darin enthalten sind drei Sperrmüll-Abholungen sowie Altpapier und Gelbe Säcke alle vier Wochen. Für die Restmülltonne fallen pro Abholung (alle zwei Wochen) jeweils weitere zwei Euro an.
25 000 Euro für wilden Abfall


Diese neue Art der Abfuhr ist außerhalb Bitburgs nirgends im Eifelkreis vorgesehen. Denn "in dieser Dimension" wie in der Kreisstadt tritt das Problem in keiner anderen Gemeinde auf.
Auf den Kosten für die widerrechtlichen Ablagerungen bleibt der Eifelkreis - und damit die Öffentlichkeit - sitzen. In den vergangenen drei Jahren hat die Verwaltung jeweils rund 25 000 Euro für illegalen Müll ausgegeben. Hinzu kommt jeweils der Arbeitsaufwand der Straßenmeistereien, die den Müll einsammeln und zu den Entsorgern bringen.Meinung

Eine traurige Zahl
Dass die Verwaltung bemüht ist, den wilden Abfall in Bitburg zu reduzieren, ist wirklich lobenswert. Traurig ist allerdings, dass die Kosten für widerrechtlich abgelagerten Müll in den vergangenen Jahren im Eifelkreis auf gleichem Niveau geblieben sind: etwa 25 000 Euro. All die engagierten Bürger, die Jahr für Jahr zur "Aktion Saubere Landschaft" in ihren Gemeinden aufrufen, können offenbar nichts daran ändern, dass einige wenige glauben, auf Kosten der Allgemeinheit ihren Dreck loswerden zu müssen. Dabei gibt es genügend Anlaufstellen und Informationsmaterial darüber, wie es richtig geht. sl.gombert@volksfreund.deExtra

Was in den Sperrmüll gehört: Klassische Sperrmüllgegenstände sind laut Internetseite der Bitburger Kreisverwaltung beispielsweise Betten, Lattenroste, Tische, Stühle, Sofas, Matratzen, Fahrräder und Bügelbretter. Wichtig ist, dass die einzelnen Stücke nicht schwerer als 50 Kilogramm und nicht breiter als 1,70 Meter sein dürfen. Was nicht in den Sperrmüll gehört: Solche Dinge, die einmal "wesentlicher Bestandteil" eines Hauses waren, also beispielsweise Fenster, Türen und Fußböden, müssen gesondert abgegeben werden. Auch Bauholz, alte Elektrogeräte, Papier, Kartons und Autoteile gehören ebenso wenig auf den Sperrmüll. slg