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Kampfmittel oder Archäologie: Firma entdeckt Verborgenes im geplanten Neubaugebiet

Gemeinde beauftragt Untersuchungen : Im Boden des geplanten Preister Neubaugebiets wird noch mit einigen Funden gerechnet

Bei den Untersuchungen des geplanten Neubaugebiets in Preist hat die beauftragte Firma etwas entdeckt. Aber was verbirgt sich da in der Erde?

Die Geschichte des Dorfes Preist reicht Jahrtausende zurück. Schon 200 vor Christus sollen zunächst Kelten in der Fidei gesiedelt haben. Später kamen dann die Römer und die Franken. Eigentlich also nicht überraschend, dass all diese Menschen im Laufe der Zeit Spuren hinterlassen haben.

Auch wenn sie nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Denn welch verborgene Schätze unter dem unscheinbarsten Acker schlummern können, offenbart manchmal erst die Technik.

So könnte es nun auch bei den Planungen für das Neubaugebiet am südlichen Ortsrand von Preist laufen (der TV berichtete). Denn, dass da irgendetwas ist, in der Erde, hat die von der Gemeinde beauftragte Fachfirma nun zwar bestätigt. Was die geophysikalische Untersuchung allerdings nicht leisten konnte, war es, zu ermitteln, was da genau im Boden verborgen liegt. Und, ob es Grund gibt, es auszugraben.

Zwar vermuten Archäologen von der Generaldirektion Kulturelles Erbe schon länger, dass sich nahe des Preister Friedhofs eine römische Villa und ein Gräberfeld aus der Merowinger-Zeit befinden könnten. Und hatten deswegen auch Bedenken gegen die Planungen des Neubaugebietes eingelegt. Um die Kulturdenkmäler vor dem Bagger zu schützen.

Andererseits, und so drückt es der Preister CDU-Chef Stefan Krein etwas scherzhaft im Gemeinderat aus, „hoffen sie jetzt aber, dass es keine Funde von 1945 sind.“ Denn die Chance, dass in der Wiese noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen, gibt es durchaus. Schließlich war die Eifel Kriegsgebiet. Und bei Bauarbeiten werden immer mal wieder Bomben und Granaten gefunden.

Der Ortsgemeinderat Preist hat daher nicht nur einstimmig beschlossen, dass eine Firma, unter Aufsicht der Archäologen, auf dem Gelände nach antiken Funden buddeln soll. Sondern auch, dass Spezialisten vorher noch Kampfmittel orten und gegebenenfalls entschärfen und beseitigen mögen. „Wir haben wenigstens Glück“, sagt Ortsbürgermeister Edgar Haubrich: „Dass die beiden Verdachtsgrundstücke der Gemeinde gehören.“ Und: „Dass die Arbeiten für relativ kleines Geld zu haben sind.“

Mit der Untersuchung auf explosive Funde könnte es vielleicht noch dieses Jahr klappen. Spätestens aber 2021 soll die beauftragte Firma „Kampfmittelortung Welker“ aus Kirn im Hunsrück loslegen. Kostenpunkt: 1800 Euro.

Etwas günstiger, nämlich für 1080 Euro, sind die Ausgrabungen bei der Rivenicher Baufirma Wey zu bekommen. Etwa acht bis zehn Stunden bräuchten die Archäologen der Generaldirektion, sagen sie, um zu bewerten, was vorliegt. Damit werde es aber frühestens im Januar, aber wohl eher im Februar, was.

Südlch des Friedhofs sind Funde zu erwarten. Foto: TV/Christian Altmayer

Die Erschließung des Neubaugebietes zieht sich also wohl noch etwas in die Länge. Ob der angedachte Termin für den Baubeginn Ende 2021 zu halten sein wird, kann derzeit noch niemand sagen.