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Kandidaten liefern sich hitziges Duell

Kandidaten liefern sich hitziges Duell

Wer die Geschicke der Verbandsgemeinde Kyllburg als Bürgermeister lenkt, die Frage bewegt die Bürger. 300 Zuhörer verfolgen beim TV-Forum in Badem das Duell von Amtsinhaber Bernd Spindler und Herausforderer Rainer Wirtz. Die Atmosphäre im Saal ist im Vorfeld der Urwahl am Sonntag aufgeheizt.

Badem. Die Anspannung steht den beiden Kandidaten ins Gesicht geschrieben. Bernd Spindler und Rainer Wirtz treffen zum zweiten Mal als Kontrahenten beim Kampf um das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde Kyllburg aufeinander. Im Oktober 2003 hatte SPD-Mann Spindler, der diesmal als Einzelbewerber antritt, das Rennen knapp mit 51 Prozent gewonnen.
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In Badem stellen sich die Bewerber vor großem Publikum den Fragen der TV-Moderatorinnen Nina Ebner und Katharina Hammermann. Die Atmosphäre unter den knapp 300 Zuhörern ist aufgeheizt. Schon die Begrüßung zeigt, dass die Mehrzahl der Gäste auf der Seite des Herausforderers steht, der deutlich längeren und lauteren Applaus erhält.
Dass er nach seiner Niederlage erneut antritt, ist für Wirtz schnell erklärt: "Ich glaube, dass es diesmal anders ausgehen wird, weil ich aus Gesprächen weiß, dass ich parteiübergreifend viele Unterstützer habe", sagt der 53-jährige CDU-Kandidat, der bei der Kreisverwaltung das Amt für Wirtschaftsförderung, Dorfentwicklung und Straßenbau leitet. Eine ungemütliche Frage zu einer erfolglosen Kandidatur geht auch an Bernd Spindler, der im März noch für die SPD um das Landratsamt im Nachbarkreis Bernkastel-Wittlich gekämpft hat. "Ich finde es legitim, sich auf einen anderen Posten zu bewerben", sagt dazu der 57-jährige Jurist, der seit 15 Jahren Bürgermeister ist - und das auch bleiben möchte: "Mir macht die Aufgabe Freude, und ich will meine erfolgreiche Arbeit fortführen."
Beide Bewerber wollen sich für Grundschulen und Kindergärten starkmachen und setzen sich für den Erhalt der VG ein, die aus Mainzer Sicht zu klein ist, um in ihrer derzeitigen Form fortzubestehen. Mitte 2012 endet die Phase möglicher Zusammenschlüsse auf freiwilliger Basis. Anschließend drohen Zwangsfusionen. "Ich will in jedem Fall eine Anlaufstelle für die Bürger in Kyllburg sichern. Das ist meine Mindestforderung. Ich kämpfe für zukunftsfähige Strukturen", sagt Spindler.
Wirtz, der die Existenz der VG durch Aufnahme von Orten aus Nachbarkommunen sichern will, kritisiert, dass der Amtsinhaber erst wenige Wochen nach Bekanntgabe seiner Kandidatur eine Bürgerbefragung gestartet hat: "Das hätte schon viel früher passiert sein können." Beim defizitären Freibad räumt Wirtz ein: "Wenn es nicht anders geht, muss man den Mut haben, auch kritische Entscheidungen zu fällen. Dazu könnte auch eine Schließung gehören." Spindler betont: "Das Freibad ist eine wichtige Infrastruktur und muss erhalten werden. Eine Möglichkeit sehe ich darin, es eventuell zurückzubauen, um dadurch die Unterhaltungskosten zu senken." Bei der Publikumsrunde muss sich vor allem Spindler kritischen Fragen stellen - etwa zur schleppenden Vermarktung des Industrie- und Gewerbezentrums Badem, wo Spindler mit großflächigem Einzelhandel für eine Initialzündung sorgen will, während Wirtz auf Kontakte zu Gewerbetreibenden baut. Entschieden wird die Wahl am 30. Oktober an der Urne.