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Karabiner aus der Kaiserzeit

Karabiner aus der Kaiserzeit

BITBURG. Reservisten der Bundeswehr präsentierten beim deutschlandweiten "Tag der Reservisten" die Leistungsfähigkeit ihrer Truppe. In Bitburg erhielten sie dabei Unterstützung vom amerikanischen und luxemburgischen Militär sowie vielen zivilen Organisationen.

Die automatischen Waffen wurden auf den Tischen präsentiert, als hätten Ermittler soeben einen Waffenschmugglerring hochgehen lassen und zeigten den spektakulären Fund nun der Öffentlichkeit. Doch es handelte es sich nicht um einen Coup in Sachen illegalen Waffenhandels, sondern um eine Ausstellung der Bundeswehr. Überhaupt taugte der eine oder andere Karabiner aus der Kaiserzeit bestenfalls nur noch, um damit um die Ecken zu schießen. Es gab vieles zu bestaunen am "Tag der Reservisten" auf dem Festplatz beim "Alten Gymnasium." Neben historischen und neuen Handfeuerwaffen gab es auch moderne Militärfahrzeuge wie den "Dingo 2". Wer sich nicht für ausgediente MG 42 begeisterte, der konnte auch Briefmarken sammeln: Philatelisten hatten die Gelegenheit, sich einen seltenen Feldpoststempel beim eigens eingerichteten Feldpostamt zu besorgen, und die Gulaschkanone der Feldküche hätte wohl ein ganzes Heer versorgen können.Unterstützung aus dem "Ländchen"

Reservisten-Kameradschaften aus Arzfeld, Bitburg, Gerolstein, Irrel, Lissendorf, Speicher, Stadtkyll, Walsdorf und Wittlich waren beim Reservistentag in Bitburg vertreten. Unterstützung erhielt die Truppe von der luxemburgischen Armee, die einen "Hummer"-Geländewagen mit Besatzung abkommandierte, sowie von den Amerikanern der Air Base Spangdahlem und des US-Hospitals Bitburg, die mit einem Löschzug und einer rollenden Zahnarztpraxis anrückten. Im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit im Katastrophenschutz waren ebenso die Landespolizei, die Bereitschaftspolizei Wittlich mit einem Wasserwerfer sowie aus Bitburg die Feuerwehr, das DRK und das THW vertreten. Musik gab es vom Reservisten-Musikzug Trier. "Reservisten braucht es heute mehr denn je, denn sie können der Bevölkerung nahe bringen, was in Soldaten vorgeht, die in den Einsatz ziehen", sagte Oberst Hans-Jürgen Hugenschmidt, stellvertretender Befehlshaber im Wehrbereich II, dessen Worte große Aktualität besaßen. Die Reservisten seien das Bindeglied zwischen Bundeswehr und Bevölkerung, sagte auch Peter Grüßner vom Landesinnenmini-sterium. Er hob während seines Grußwortes die Zusammenarbeit von Bundeswehr und zivilen Organisationen in der Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz hervor. Dem Landesvorsitzenden des Verbandes der Reservisten, Walter Altherr, lag in seiner Rede die militärische Heimat der Reservisten am Herzen. Schirmherr über die Veranstaltung war der Bitburger Bürgermeister und Major der Reserve, Joachim Streit, und prominentester Neuzugang im Reservistenverband war Vize-Landrat Michael Billen. Höhepunkt beim Veranstaltungsprogramm war indes die Demonstration eines "Checkpoints", wie sie vielfach im Rahmen der Friedenssicherung in Krisengebieten eingerichtet sind. Die Reservisten-Kameradschaft Arzfeld zeigte dabei das richtige Verhalten der Truppe bei einem Aufstand der Bevölkerung und bei Fahrzeugkontrollen, wo die Suche nach geschmuggelten Waffen zum Alltag gehört.