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Katastrophenfall im Eifelkreis wegen Hochwasser

Hochwasser Eifel : „Bitte fahren Sie nicht mit dem Auto“

Im Eifelkreis herrscht der Katastrophenfall. Etliche Orte stehen unter Wasser. In der Nacht waren die Rettungsdienste zu zahlreichen Einsätzen raus.

An Schlaf war nicht zu denken. Menschen mussten aus völlig gefluteten Häusern gerettet werden. "Das, was sich hier abspielt, übertrifft die Katastrophenlage von 2018 um ein Vielfaches", sagt Willi Schlöder, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Die Pegelstände an Nims, Prüm und Kyll sind so hoch wie noch nie seit Beginn der Messung der Pegelstände. Es sind Brücken - etwa bei Auw an der Kyll zusammengebrochen. In vielen Orten sind Strom- und Wasserversorgung zusammengebrochen. Es werden immer noch Häuser evakuiert. Zig überflutete Straßen sind gesperrt. Der Kreisfeuerwehrinspekteur bittet die Bevölkerung: "Bleiben Sie zuhause. Fahren Sie nicht mit dem Auto." Im Eifelkreis haben Kitas und Schulen heute geschlossen.

Bitburg-Prüm: Hochwasser gefährdete auch Hilfskräfte im Einsatz

Auch für die Retter selbst waren die Einsätze in der Nacht mehr als gefährlich. Auf dem Weg zu einer Personenrettung in Messerich im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind drei Feuerwehrleute mit ihrem Einsatzwagen in den Wassermassen auf einer gefluteten Straße steckengeblieben. „Wir hatten nur noch Handykontakt mit den Kollegen“, sagt Schlöder. Auch für die Wehrleute in der Einsatzzentrale war kein Durchkommen. Die drei Männer hätten sich dann auf das Dach ihres Einsatzwagens gerettet und dort für fünf Stunden ausgeharrt, bis sie mit Spezialfahrzeugen in den Morgenstunden befreit werden konnten. In der Nacht war es lediglich möglich, den Wehrleuten mit Drohnen Rettungswesten zu bringen.

Auch am Stausee Biersdorf bei Bitburg war die Lage in der Nacht mehr als angespannt. „Da hat sich jede Menge Treibgut gestaut, die Staumauer drohte zusammenzubrechen“, sagt Schlöder. Das Treibgut musste mit Baggern und Spezialfahrzeugen rausgeholt werden. Die Staumauer hielt.

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