Kein Beschluss ins Blaue

PRÜM. (mr) Der Stadtrat hat am Dienstag den Beschluss, das Sanierungskonzept "Stadtkern" überprüfen zu lassen, vertagt. Grund: Niemand weiß, was das Projekt kosten soll.

Ende vergangenen Jahres hat die Mainzer Landesregierung die Stadt Prüm aufgefordert, das Gesamtkonzept der Stadtsanierung zu überprüfen und zu aktualisieren. Dabei soll in erster Linie geklärt werden, ob die Ziele noch erreichbar sind oder ob Teile des umfänglichen Plans ad acta gelegt werden können. Mit dieser Bestandsaufnahme sollte nun auf Empfehlung der Verwaltung ein professionelles Planungsbüro, in diesem Fall der Aachener Städteplaner Harald Heinz, beauftragt und nach den Richtlinien für Architekten und Ingenieure (HOAI) honoriert werden. Weil die Beschlussvorlage jedoch ohne Kostenansatz war, sagten die Prümer Ratsleute am Dienstag "Nein". Unter anderem wollte Dirk Kleis (FWG-Liste Kleis) wissen, "über welches Volumen ich rede". Man könne ja schließlich keinen Beschluss einfach so ins Blaue hinein fassen. Und während Markus Fischbach (SPD) anregte, die Verwaltung mit der Angelegenheit zu beauftragen, zog auch Erich Reichertz (Liste Kleis) die Stirn in Falten: "Wir können nichts beschließen, wenn wir nicht wissen, was es kostet." Zudem gefiel ihm auch der Planer nicht, wegen dessen Arbeit in der Stadt "ziemliche Unzufriedenheit" herrsche. Horst Follmann (CDU) befürchtet, im Fall einer Weigerung bei anderen Projekten nicht mehr so leicht in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Der Anregung von Dirk Kleis und Erich Reichertz, das Thema zu vertagen und zunächst Kostenvoranschläge einzuholen, entsprach der Rat schließlich mit zwei Enthaltungen aus den Reihen der CDU.

Mehr von Volksfreund