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Kein Festumzug? - Bitburger verstehen die Folklore-Welt nicht mehr - Ein Stadtrats-Beschluss sorgt für Aufruhr

Kein Festumzug? - Bitburger verstehen die Folklore-Welt nicht mehr - Ein Stadtrats-Beschluss sorgt für Aufruhr

So mir nichts, dir nichts lässt sich der Festumzug zum Folklore-Festival dann doch nicht abschaffen. TV-Leser wehren sich gegen den jüngsten Stadtratsbeschluss und kritisieren, dass die Abschaffung des Umzugs, anders als das im Rat beschrieben wurde, nicht beim Bürgerworkshop gefordert wurde.

Beim Bürgerworkshop gab es reichlich Kritik am Festumzug. Die Lücken zwischen den Gruppen sind - auch wegen der Ehrentribüne - zu groß. Für die übrigen Zuschauer wurde das dann teils recht zäh. Fünf Minuten und mehr konnten locker vergehen, bevor endlich die nächste Gruppe vorbei marschierte. Deshalb wurde beim Workshop die Abschaffung der Ehrentribüne gefordert - aber nicht die Abschaffung des ganzen Umzugs. Das schreiben uns TV-Leser, die am Workshop teilgenommen haben. Was ihnen aufstößt, ist, dass im Rat - unter anderem von Bürgermeister Joachim Kandels und CDU-Fraktions-Chef Michael Ludwig - argumentiert wurde, dass die Abschaffung des Umzugs durch den Bürgerworkshop eine breite Basis habe. Das sehen die Leser, die uns geschrieben haben, anders. Nur eine Einzige begrüßt den Stadtratsbeschluss:

Norbert Hoffmann, Bitburg: "Folklore-Festival ohne Umzug, bedeutet: dass ein Publikumsmagnet fehlt! Gerade der Festumzug führt doch tausende Menschen nach Bitburg. Keiner wollte den beim Bürgerworkshop abschaffen. Lediglich der Ablauf wurde wegen der Lücken und der Ehrentribüne kritisiert. Wenn man nun die Entscheidung von Stadtrat und Verwaltung als ein Ergebnis des Bürgerworkshops verkauft, kann ich nur sagen: Thema verfehlt!"

Waltraud Kehr, Bitburg: "Warum nicht mal was Neues probieren, ein wenig aufgeschlossen sein und nicht immer nur den festgefahrenen Weg gehen? Das ist so typisch Eifel. Ich hoffe ehrlich, dass das Fest ein Erfolg wird. Musik und Folklore in allen Ecken der Stadt, das ist für mich das Folklore-Festival. Mehr Leben in der Stadt am Festwochenende: Ich freu mich drauf."

Reinhold Maas, Bitburg: "Erst das Aus für den Stadtring, jetzt das Aus für den Umzug. Bitburgs Kommunalpolitiker lassen keinen Schildbürgerstreich aus, um sich zu profilieren."

Axel Rees, Bitburg: "Ich gehe seit Jahren als Aktiver im Umzug mit und war beim Workshop. Es ist richtig, das die Organisation des Umzugs bemängelt wurde und es gab zahlreiche Vorschläge, was man verbessern könnte. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass die Abschaffung des Umzugs ein Vorschlag aus dem Workshop war, geschweige denn, dass es hierfür eine Mehrheit gegeben hätte. Die Entscheidung hat nichts mit dem Workshop zu tun.

Ullrich Papschik, Bitburg: "Das kann ja nur ein Schildbürgerstreich sein. Das Fest lebt vom Umzug, den kleineren Innenstadt-Bühnen und dem Festzelt-Programm. Beim Workshop gab es zwar Kritik am Umzug, auch die Abschaffung der Ehrentribühne wurde gefordert. Aber das nun beschlossene Aus für den Umzug mit dem Workshop zu legitimieren, ist nicht richtig! Die Zuschauer nehmen die Gruppen im Überblick beim Festumzug doch anders wahr, als verteilt auf einzelnen Bühnen und Plätzen.

Hans Bodo Schröder, Bitburg: Der Stadtrat sollte eigentlich wissen, dass es früher schon wundervolle Auftritte auf vielen kleinen Bühnen in der Stadt gab. Das ist also nicht neu. Neu ist, dass es keinen Umzug mehr geben soll. Dabei war das genau die Bühne, auf der sich alle Gruppen im Überblick vorstellen konnten. Im Workshop wollte keiner den Umzug abschaffen, sondern nur die Ehrentribühne."

Evelyn Grösser, Bitburg: "Warum gleich kein Festzug? Seit Jahren ist es bekannt, dass Gruppen vor der Ehrentribüne extra Tänze vorführen und dadurch dann Lücken im Festzug entstehen. Nichts gegen die Ehrengäste, aber es wäre einmal den Versuch wert, auf die Ehrentribüne zu verzichten, bevor man gleich auf den ganzen Festumzug verzichtet. Der ist immerhin einer der Programmhöhepunkte."