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Kein Geld, aber viele Baustellen

Dorfentwicklung : Kein Geld, aber viele Baustellen

Die Wißmannsdorfer würden gerne ihr Bürgerhaus sanieren. Ob dafür neben der Erweiterung der Kita und dem Straßenausbau noch Geld da ist, steht auf der Kippe.

In Wißmannsdorf tut sich einiges. Gezwungenermaßen, könnte man sagen. Die Kindertagesstätte ist trotz mehrerer Erwartungen zu klein geworden. Sie muss für rund eine Million Euro erweitert werden. Allein 330 000 Euro muss die Gemeinde im Bitburger Land selbst beisteuern (der TV berichtete). Den Rest übernehmen Kreis, Land und umliegende Ortschaften. Außerdem sorgt die Straßensanierung rund um Wißmannsdorf und Hermesdorf für Kosten. Denn die Kommune muss eine Fußgängerbrücke reparieren lassen.

Es sehe daher nicht gut aus in der Haushaltskasse, sagt Ortsbürgermeister Rudolf Winter: „Wir schwimmen wirklich nicht im Geld.“ Wie viele andere Orte in der Region sei Wißmannsdorf verschuldet. Trotzdem plant die Gemeinde das nächste Großprojekt: die Sanierung und den Umbau des Bürgerhauses.

Wer sich das ehemalige Schulgebäude ansieht, versteht auf den ersten Blick gar nicht warum. Denn von außen schaut das Gebäude tadellos aus. Die Fassade erstrahlt in frischem Weiß, Risse sucht man vergebens. Laut Dorfchef Winter lauern die Probleme aber im Inneren.

Die Heizung stamme aus den Siebziger Jahren. Sie verbrauche jede Menge Öl und sorge jährlich für enorme Kosten. Der Keller werde immer wieder feucht. Und die Toiletten, die dort untergebracht sind, würde Winter zudem gerne in ein anderes Stockwerk verlegen: „Das Haus wird ja auch von Senioren genutzt. Für die ist das Treppensteigen eine Zumutung.“

Was der Bürgermeister außerdem gerne ändern würde, ist der Zuschnitt der Räume. Es gebe zwei Veranstaltungssäle, die beide für große Feiern zu klein seien. Wenn es nach Winter geht, müsste einer der beiden Zimmer zu einem Festsaal erweitert werden. Der andere könnte weiterhin von den Vereinen genutzt werden. Weil die im Haus die ganze Woche über ein- und ausgehen, müssten auch neue Parkplätze her.

Dass all das möglich wäre, hat ein Gutachten ergeben, das im Gemeinderat vorgestellt wurde. Wie teuer die Renovierung werden würde, ist noch unklar. „Teuer wird ein großer Umbau auf jeden Fall“, sagt Winter. Finanziell könnte es für die Gemeinde durchaus Sinn machen, das alte Bürgerhaus zu verkaufen und ein neues zu bauen. „Das will aber sorgfältig geplant sein“, meint Winter: „Während wir ein neues Gebäude errichten, brauchen die Vereine ja eine Übergangslösung.“

Aktuell ist das Zukunftsmusik. „Wir sind in der allerersten Planungsphase“, sagt Bürgermeister Winter.  Solange die Finanzierung nicht geklärt ist, können die Wißmannsdorfer nicht starten. „Ohne Zuschuss geht gar nichts“, sagt Winter. Apropos Zuschuss: Wenn das Land die Erweiterung von Kindertagesstätten stärker fordern würde, glaubt der Ortschef, würden Investitionen den Wißmannsdorfern keine so großen Probleme bereiten.