Kein Grund zu feiern

SPANGDAHLEM/BINSFELD. (red) Die Bürgerinitiative Erweiterungsgegner Air-Base Spangdahlem (Biegas) äußert sich kritisch zur Feier zum 50-jährigen Bestehen der Air-Base Spangdahlem. Sie verweist auf die negativen Folgen des Flugbetriebs.

Nicht nur Grund zum Feiern ist das kürzlich begangene 50-jährige Bestehen der Air-Base Spangdahlem. Im Zuge der Erweiterung des Standorts würden "Tonnen von Erde umgegraben, Menschen skrupellos um ihr Hab und Gut enteignet und riesige Flächen zubetoniert, wo seit alters her Wiesen blühten und Äcker bebaut wurden", erklärt die Biegas in einer Pressemitteilung. Die Gruppe bestreitet nach eigenen Worten nicht, "eine gewisse wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Air-Base". Sie verweist aber darauf, "dass gerade dieser so oft hervorgehobene Faktor in letzter Zeit so fragwürdig wurde, dass sich sogar der Mainzer Landtag in einer aktuellen Stunde mit dem voraussichtlichen Truppenabbau der US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz befassen musste." Angesicht der "euphorischen Feierlichkeiten" solle nicht vergessen werden, "dass die Anwohner der Air-Base tagtäglich mit einer Fülle von negativen Auswirkungen des Flugbetriebs zu kämpfen haben, die sich durch den anstehenden Ausbau noch vergrößern werden." Die Biegas verweist auf eine "nicht zu widerlegende Bedrohung durch den gesundheitsgefährdenden Flugzeugtreibstoff JP 8. Selbst die Wehrbereichsverwaltung habe erst kürzlich zugegeben, dass in Sachen Treibstoff immer noch Unsicherheiten bestünden und Forschungsbedarf bestehe. Trotz all dieser Bedenken werde den Anwohnern jedoch ab 2005 die "giftigen Abgase der Flugzeuge direkt in ihre Wohnungen" geblasen. "Und alles, was der Wehrbereichsverwaltung zum Schutz der Menschen einfällt, ist eine Mauer, durch die sich die Abgase und damit vor allem die Zweifel der Bevölkerung in Luft auflösen sollen."Belastungen werden weggemittelt

Auch das Thema Fluglärm spricht die Bürgerinitiative an: Mittlerweile sei bekannt, wie sehr die physische und psychische Gesundheit des Menschen durch Fluglärm beeinträchtigt werde. "Dennoch werden im Umkreis der Air-Base bei Messwerten die Zahlen ,schöngerechnet' und gesundheitsschädliche Spitzenbelastungen gründlich ,weggemittelt'. Die tatsächliche Lärmbelastung wird dadurch jedoch vorsätzlich verschwiegen und eine fortgeschrittene Gesundheitsbelastung der Anwohnergebilligt", meint Biegas.