Kein guter Stil

Bitburg ist die Heimat der Stiftung und die Dr. Berg und Zangerle-Stiftung ist dort nicht die Bedeutendste. Dennoch hat sie eine fast 100-jährige Geschichte, war ursprünglich für bedürftige Schüler aus Bitburg, dann aus dem Altkreis Bitburg und seit den 70er-Jahren aus dem Kreis Bitburg-Prüm bestimmt.

Aus Sicht der Stadt ist die nun beschlossene Veränderung der Satzung verständlicher Weise nicht erwünscht - und dies nicht, weil kein Bitburger mehr gefördert würde - das war ohnehin nur noch selten der Fall. Die Überführung in die Sparkassen-Stiftung bedeutet vielmehr, dass der bisher große Bitburger Einfluss auf die Förderentscheidungen deutlich geringer wird, denn im Stiftungsvorstand sitzen bisher neben dem Landrat und zwei Vertretern der Stifter, der Erste Beigeordnete der Stadt, ein Schulleiter aus Bitburg und ein katholischer sowie ein evangelischer Pfarrer ebenfalls aus der Kreisstadt. Selbst wenn man keinen bösen Willen unterstellt, ist schwer zu verstehen, warum der Stiftungsrat nicht auf das Angebot der Stadt, die durchaus auch Erfahrung mit dem Verwalten von Stiftungen hat, eingegangen ist. Der seltsame Eindruck, den das hinterlässt, wird noch dadurch verstärkt, dass angeblich sogar darüber nachgedacht wurde, das Geld, beziehungsweise die Erträge, vollständig Biesdorfer Schülern zugute kommen zu lassen. Zumindest das hatte der Stiftungsvorstand offenbar noch verhindert. Vermutlich wird die neue Form der Stiftung der Erfüllung des Stiftungs-Zwecks kaum einen Abbruch tun, aber zusammen mit dem Termin des ersten (gescheiterten) Versuchs der Satzungsänderung - genau an dem Tag, als in der Stadt ein neuer Erster Beigeordneter gewählt wurde, hat das Ganze einfach keinen guten Stil und erzeugt ohne Not Verstimmungen zwischen Stadt und Kreis. l.ross@volksfreund.de