Kein Nachtflug über Bitburg

Keine Mallorca-Passagiere und keine lärmenden Frachttransporte: Die Liste Streit im Bitburger Stadtrat will in der Januar-Sitzung einen Antrag stellen, die städtischen Mitglieder im Aufsichtsrat und der Gesellschafter-Versammlung der Flugplatz Bitburg GmbH dazu anzuweisen, für ein Nachtflug-Verbot auf dem Bitburger Flughafen zu stimmen. Anbei legt die Fraktion auch ihre Vision vom Flugplatz Bitburg vor.

Bitburg. (scho) Nachdem die Stadt Bitburg die Anteile der Stadt Trier an der Flugplatz Bitburg GmbH übernommen hat, entsendet die Stadt nun auch ab 1. Januar 2008 Mitglieder in die Entscheidungs-Gremien der GmbH. Ziel der GmbH ist es, die rund 240 Hektar Gelände rund um die fliegerische Infrastruktur mit Landebahn und Tower - den sogenannten flugbetrieblichen Teil der knapp 500 Hektar großen Konversionsfläche - zu einem Industrieflughafen zu entwickeln. Ein umstrittenes Vorhaben, das die Fraktionen in eifrige Befürworter und erbitterte Gegner teilt. Eine moderate Mittler-Position bezieht nun die Liste Streit, die in der kommenden Stadtratssitzung (Donnerstag, 24. Januar, 17 Uhr) den Antrag stellt, die städtischen Mitglieder in den GmbH-Gremien dazu anzuweisen, sich für ein Nachtflug-Verbot auszusprechen."Die Liste Streit setzt nicht auf Personenflug und auch nicht auf Fracht. Deshalb brauchen wir keinen Nachtflug", erklärt Fraktionssprecher Willi Notte. Infrastruktur sinnvoll nutzen geht auch ohne Lärm

Stattdessen schwebt den Freien eine Flugplatzwerft vor, die die fliegerische Infrastruktur des Konversionsgeländes sinnvoll für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung nutzt, ohne dabei aber Stadt und Umland den befürchteten Lärm zu bescheren. Nach den Visionen der Fraktion von Bürgermeister Joachim Streit sollen auf der Bitburger Flugplatzwerft Flugzeuge gebaut, lackiert, gewartet oder recycelt werden, was hochwertige Arbeitsplätze im Ingenieur- und Facharbeiterbereich schafft. Das sei durchaus aussichtsreich, da eben genau solche Wert-Unternehmen aus Platzgründen nur wenig Chance haben, sich an anderen Regionalflughäfen anzusiedeln. Für den Nachtflug-Verbots-Antrag erhofft sich die Fraktion eine - wenn auch knappe - Mehrheit im Stadtrat. Stadt-Chef Streit: "Während die Flugplatz-Gegner uns wohl Halbherzigkeit vorwerfen werden, dürften die Befürworter den Antrag womöglich als Einschränkung der bislang auch immer mitgedachten Frachtfliegerei empfinden." Ob sich auch die übrigen GmbH-Gremien-Mitglieder mit einem Nachtflug-Verbot anfreunden können, muss sich zeigen. Flugplatz Bitburg GmbH: Öffentliche Gesellschafter halten zusammen 74 Prozent der Flugplatz-GmbH: Eifelkreis Bitburg-Prüm (knapp 38 Prozent), Kreis Trier-Saarburg (knapp 19 Prozent), Stadt Bitburg (gut 16 Prozent), Kreis Bernkastel-Wittlich (knapp elf Prozent), Wirtschaftsförderungsgesellschaft Daun (knapp elf Prozent), Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier (rund 2,5 Prozent) und Handwerkskammer (HWK) Trier (rund 2,5 Prozent). Die restlichen 26 Prozent hält als stille Gesellschafterin die Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft Flugplatz Bitburg mbH (EBFB), der unter anderem drei Großunternehmen der Region angehören. Entsprechend verteilen sich die Sitze in den GmbH-Gremien: Im Aufsichtsrat, dem Michael Billen vorsteht, ist die Stadt Bitburg mit drei von 23 Mitgliedern vertreten und in der Gesellschafterversammlung stellt Bitburg sechs von 32 Mitgliedern. (scho)