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Keine Westeifelschau nächstes Jahr

Keine Westeifelschau nächstes Jahr

Was wird aus der Westeifelschau? Der Gewerbeverein Arzfeld und Umgebung legt zumindest eine Pause ein: Im kommenden Jahr wird es die Ausstellung nicht geben. Die nächste ist dann erst wieder für 2016 geplant.

Arzfeld. Die Westeifelschau in Arzfeld, kurz WES: Im vergangenen Jahr hatten die Unternehmen aus dem Islek und seiner Nachbarschaft erstens eine schöne Ausstellung geliefert - zum elften Mal - und zweitens eine zukunftsweisende Initiative ins Leben gerufen. Es war richtig Aufbruchstimmung zu spüren, als Herbert Zahnen, Chef des Gewerbevereins, seine Idee von der Arbeitgebermarke Eifel vorstellte (der TV berichtete). Damit will man um dringend nötigen Nachwuchs für die Betriebe werben.
Eine Marke mit Zukunft, vorgestellt auf einer Messe ohne Perspektive? Denn jetzt wurde bekannt: Im Jahr 2014 wird es keine Westeifelschau geben.
Herbert Zahnen bestätigt die Nachricht im Gespräch mit dem TV: "Wir brauchen ein bisschen Luft", sagt der Vorsitzende. Denn organisiert wurde die Schau bisher vom Gewerbeverein - nebenbei und ehrenamtlich, mit viel zusätzlichem Aufwand für die Beteiligten und einem Budget von etwa 70 000 Euro.
Das sei jedes Mal ein anstrengender Akt, sagt Zahnen - und nicht immer einer, der sich finanziell auszahle: Voriges Jahr sei man bei null herausgekommen, es habe allerdings auch Ausstellungen gegeben, bei denen der Verein rote Zahlen schreiben musste. Aber nicht nur des Geldes wegen sei die Pause nötig, sagt Zahnen: Immerhin gehe es bei jeder Schau auch darum, frische Akzente zu setzen - ansonsten werde es für die Besucher langweilig. "Und die Gefahr ist dann wirklich, dass man so etwas kaputt macht." Und so wird die zwölfte Westeifelschau eben nicht 2014, sondern erst 2016 ausgerichtet. Zahnen stellt klar, dass man nur eine Pause einlege. Die Ausstellung soll es weiter geben. Nur eben nicht mehr im Rhythmus von zwei Jahren, sondern vermutlich alle vier Jahre.
Noch lieber wäre den Arzfeldern ja gewesen, in Abstimmung mit Prüm die Grenzlandschau und ihr Islek-Pendant alle drei Jahre zu organisieren - das aber, wie im Frühjahr bereits berichtet, scheiterte an der Ablehnung der Prümer, die bei ihrem zweijährigen Intervall bleiben wollen. Herbert Zahnen unterstreicht jedoch, dass man in Arzfeld dafür absolut Verständnis habe.
Fazit: "Wir machen dann jetzt einen Vier-Jahres-Rhythmus und sehen dann weiter."Meinung

Verständliches Verschnaufen
Liebevoll gemacht, sauber organisiert: Die Westeifelschau hat rund 20 Jahre lang bewiesen, dass man auch in einer stillen Weltecke wie dem Islek eine ansehnliche und ordentlich besuchte Gewerbe-Ausstellung hinbekommen kann. Allerdings wird es wirklich immer schwieriger, Publikum zu locken, bekanntlich haben in den vergangenen Jahren einige Gewerbeschauen bereits aufgegeben. Dass die Verantwortlichen jetzt sagen: So schaffen wir es nicht mehr, ist so schade wie verständlich. Aber dass sie an neuen Ideen arbeiten wollen, macht Hoffnung. Dafür gönnen sie sich eine Pause. Und das ist tatsächlich besser, als einfach irgendwie weiterzuwursteln. fp.linden@volksfreund.deExtra

Bisher hat der Gewerbeverein Arzfeld die Westeifelschau immer im Wechsel mit der Grenzlandschau Prüm ausgerichtet: In den ungeraden Jahren waren die Prümer dran, in den geraden die Arzfelder. Während in Prüm meistens knapp 200 Aussteller mitmachen (Besucher zuletzt: mehr als 21 000), sind es in Arzfeld meist etwas mehr als 100. Im Jahr 2012 kamen etwa 10 000 Menschen zur WES. fpl