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Keine Windelsäcke, dennoch Entlastung

Kostenpflichtiger Inhalt: Müll : Keine Windelsäcke, dennoch Entlastung

Der Abfall- und Umweltausschuss des Eifelkreises hat entschieden: Windelsäcke, also spezielle Abfallsäcke für Familien mit Kindern unter drei Jahren und pflegebedürftigen Angehörigen, sind keine Option für den Eifelkreis.

Der Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung der Säcke ist allerdings nicht in Gänze gescheitert. Betroffene der seit Januar stark erhöhten Gebühren können also doch auf Entlastung hoffen.

Für sie – so sieht es der Umweltausschuss vor – soll die vom Eifelkreis ab der 14. Leerung erhobene Gebühr von fünf Euro entfallen. Erster Kreisbeigeordneter Michael Billen erklärt: „13 Leerungen sind in der Grundgebühr mit drin. So viele haben die Bürger im vergangenen Jahr auch im Schnitt gebraucht.“ Daher wäre die sogenannte Lenkungsgebühr beschlossen worden, um Vielverbraucher dazu zu bringen, Müll zu reduzieren. Da die betroffenen Gruppen wegen des anfallenden Windelmülls nicht „lenken“ könnten, sei es nicht gerecht, diese zu erheben, meint Billen.

Stefan Mock vom Zweckverband Abfall Region Trier (ART) machte noch einige Probleme der Idee deutlich. Dabei nannte er vor allem den großen bürokratischen Aufwand, der vor allem bei Mietshäusern auftreten würde. Billen konterte die Bedenken: „Das kriegen wir schon alles gelöst“.

Gegen den Windelsack spreche vor allem die Zumutung für Müllarbeiter und ein mögliches Schamgefühl bei unter Inkontinenz leidenden Erwachsenen, erklärt Billen.

Auch müsste der Landkreis zur kostenlosen Ausgabe der Windelsäcke die Kreisumlage, wie in der Vulkaneifel, erhöhen. Andernfalls dürfte der verschuldete Eifelkreis eine solche freiwillige Ausgabe nicht tätigen. Eine Lösung vonseiten des Abfallzweckverbands sei ebenfalls nicht möglich, da in diesem Fall Gebührenzahler ungleichmäßig behandelt würden.

Auch der Antragsteller, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Nico Steinbach, ist mit dem Kompromiss einverstanden. Der Umweltausschuss votierte ohne Gegenstimmen für den abgeänderten Antrag der Sozialdemokraten und beauftragte die Prüfung des Vorhabens durch den Abfallzweckverband. Gibt es von dessen Seite keine Einwände, kommt das Thema zur Abstimmung in den Kreistag.