Keinen einzigen Tag bereut

Keinen einzigen Tag bereut

MAINZ/BITBURG. Eine Eifelerin ist das Bindeglied zwischen Medien und Verbrechensbekämpfung: Dagmar Meyer hat vor zwölf Jahren das Pressereferat des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts (LKA) in Mainz aufgebaut.

"Mein Ziel ist es nicht, zu berichten, dass es überall gibt es Kriminalität und dass heute das und das und das passiert ist", sagt LKA-Sprecherin Dagmar Meyer, "ich mache dann eine gute Pressearbeit, wenn ich erreiche, dass die Menschen sich sicher fühlen." Dagmar Meyer wurde am 10. August 1962 als Tochter eines Realschullehrers und einer Schwesternhelferin in Daleiden geboren. Im Alter von acht Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Bitburg. Nach ihrem Abitur am Staatlichen Eifel-Gymnasium Neuerburg studierte die Eifelerin ab 1982 in Trier germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Medienwissenschaften. Hinzu kam die Völkerkunde: "Reisen und fremde Länder haben mich schon immer fasziniert", sagt die 41-Jährige und fügt lachend hinzu: "Ich glaube manchmal, ich bin mit einem Koffer in der Wiege geboren worden."Zum Einstieg vor die Kamera

Nach ihrem Examen und einem Praktikum in der PR-Abteilung der Bitburger Brauerei bewarb sich Dagmar Meyer beim ZDF. Zu ihrem Dienstantritt im Mainzer Landesstudio des Senders im Oktober 1990 erwartete die junge Frau erst einmal eine Überraschung: "Die Leiterin der Abteilung Aus- und Fortbildung kam auf mich zu", erinnert sich Meyer, "und sie sagte zu mir: Genau Sie brauche ich jetzt - uns ist eine Schauspielerin ausgefallen.'" So stand die Journalistin drei Tage für einen Ratgeber-Spot zum Thema "Knigge" vor der Kamera, bevor sie ihre Arbeit als Hospitantin in mehreren Redaktionen des ZDF aufnahm. Unter anderem schrieb die Bitburgerin Beiträge für die Kinder-Nachrichtensendung "Logo". Zur Polizeibehörde kam Dagmar Meyer im April 1991, nachdem der neue LKA-Präsident, Hans-Heinrich Preußinger, auf sie aufmerksam geworden war: Er wollte eine Presse-Abteilung aufbauen, die sein Institut bis zu diesem Zeitpunkt nicht hatte. Da Preußinger hierzu einen Journalisten und keinen Polizeibeamten suchte, erklärt Meyer, sei er auch ins ZDF-Landesstudio gekommen. Bei dieser Gelegenheit habe ihr damaliger Studioleiter vorgeschlagen: "Dagmar, du bist hier die Jüngste; wäre das nicht was für dich?" - "Och nein, ausgerechnet Polizei", war seinerzeit der erste Gedanke der Wahl-Mainzerin. Inzwischen liebe sie jedoch ihre Arbeit beim LKA, berichtet Meyer. "Ich finde sie spannend und habe keinen einzigen Tag bereut." Hinter die Kulissen zu schauen, sei für sie besonders interessant.Traum-Job hat Kraft gekostet

Die ersten Schritte in ihrem Traum-Job waren allerdings hart: "Es hat viel Kraft gekostet", gesteht sie, "für mich war es besonders schwer, in dieser reinen Männergesellschaft aus gestandenen Kriminalisten Fuß zu fassen." Es habe jahrelang gedauert, bis alle Kollegen ihr wirklich vertraut hätten, erinnert Meyer sich: "Mit Journalisten hatten die nicht gern zu tun - aber sie mussten mir ja zuarbeiten." Ihre Eifeler Heimat besucht Dagmar Meyer, die heute in Mainz-Gonsenheim lebt, noch immer regelmäßig. "Ich schaue alle vier bis sechs Wochen bei meinen Eltern in Bitburg vorbei", sagt sie. Und vom Verbrechen mag die 41-Jährige unterdessen auch in ihrer Freizeit nicht ganz lassen: Wenn sie nicht gerade in die Oper geht oder Sport treibt, sind Kriminalromane das liebste "Lesefutter" der Sprecherin des Landeskriminalamts.