Kette mit System

Das Betreuungsrecht kann ein Segen für den Betroffenen selbst wie auch für Angehörige sein. Als Weiterentwicklung der einstigen Vormundschaft kann und soll genau differenziert werden, was der Betreute noch selbst erledigen kann, und welche Dinge ein ehrenamtlicher oder vom Gericht bezahlter Betreuer im Sinne des Betroffenen regelt.

Die Öffentlichkeit bekommt von diesen Privatangelegenheiten meist nichts mit. Der aktuelle Fall zeigt beispielhaft, wie problematisch sich eine Betreuungssache entwickeln kann. Richter greifen auf Gutachter zurück, die pflichtschuldig immer weiter reichende Untersuchungen vorschlagen, um sich abzusichern. Jeder neue Auftrag bringt natürlich Honorar, das letztlich der Steuerzahler begleichen muss. Ob ein (zweites) Gutachten wirklich notwendig ist, können Außenstehende nur schwer beurteilen. Doch einmal ist die Grenze erreicht, an der die systembedingte Kettenreaktion unterbrochen werden muss. m.hormes@volksfreund.de