Kinder erleben Feuerwehr hautnah

Kinder erleben Feuerwehr hautnah

Ein zertrümmertes Auto, verbundene Kinder mit Ketchup-Mündern und ein Geruch nach Chemie: Diese Szene war nicht aus dem Tatort, sondern gehörte zum Tag der Jugendfeuerwehr in Kyllburg. Kinder erlernten spielerisch das Feuerwehr-Know-how. Die große Gruppe aus potenziellen Nachwuchs-Feuerwehrmännern - und natürlich Feuerwehrfrauen - machte emsig mit.

Kyllburg. Der zehnjährige Louis Pidd aus Malberg kaut auf seinem Hamburger und erzählt eifrig von seinen Erlebnissen beim Jugendfeuerwehrtag: "Die Wiederbelebung beim Roten Kreuz hat Spaß gemacht. Auch das Spritzen mit der Pumpe war cool!" "Du meinst die Wasserentnahme aus dem Bach", ruft der zehnjährige Robin Weides aus.
Das klingt fachmännisch, genauso wie die anderen Äußerungen der Kinder. Viele möchten einfach erzählen, was sie gelernt haben: das Funken, Chemie bei Dr. Hoppe und vor allem das Schrotten des Autos.Wissen an sieben Stationen


Jetzt aber noch einmal langsam zur Erklärung: 110 Kinder, 25 Betreuer und ungefähr 20 Paten an den Stationen, in Kyllburg ist viel los am Samstag. "Wir probieren heute etwas Neues und möchten statt der früheren Abschlussübungen eine Stationen-Ausbildung testen. Es wäre bei so vielen Kindern ohnehin nicht möglich, alle einfach an einen Weiher zu stellen.

Außerdem wird hier einfach mehr geboten, die Kinder werden gefordert und ihnen wird nicht langweilig", erklärt Jugendfeuerwehrwart Christian Weides aus Kyllburg das Konzept. "Wir haben sieben Stationen: Chemie, betreut von Chemie- und Physiklehrer Herr Hoppe, Brandschutz mit konventionellem Löschen, Funken, Deutsches Rotes Kreuz, technische Hilfe. Verpflegung gibt es natürlich auch." "Bei der technischen Hilfe werden Übungen mit Hebekissen und Greifzug gezeigt. Spreizer und Schere werden an einem Auto demonstriert - davon ist aber so langsam nicht mehr viel übrig", ergänzt Jugendfeuerwehrwart Markus Tietze schmunzelnd, während im Hintergrund gerade die Scheibe aus dem Fahrzeug gebrochen wird.

Die Teilnehmer sind begeistert, die Betreuer haben ihre Gruppen gut im Griff und stets im Blick: Es seien 14 Jugendfeuerwehren vor Ort, dazu das DRK-Ortsverband Kyllburg, erklärt Christian Weides. Einen Überblick über das Geschehen verschaffen sich ebenfalls Bürgermeister Josef Junk und der Erste Beigeordnete Rainer Wirtz, Stadtbürgermeister Wolfgang Krämer, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur und Wehrleiter Willi Schlöder, Kreisjugendfeuerwehrwart Jörg Sondag und VG-Jugendfeuerwehrwart Peter Hettinger. Sie besuchen die Stationen, an denen bis zuletzt fleißig mitgemacht wird. Nach der letzten Stärkung an der Hamburger-Station wird es Zeit für den Tagesabschluss: Kurze Ansprachen und eine Dankesrede später kommt Jörg Sondag zu Wort: "Zeit für eine Ehrung, wo ist Björn Hoffmann?" Sondag verleiht Hoffmann für sein besonderes Engagement das Ehrenzeichen der Stufe Silber der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz. "Wir haben ungefähr 200 Kinder in 21 Jugendfeuerwehren im Bitburger-Land", betont Rainer Wirtz, "so Leute wie Björn Hoffmann, die sich für deren Förderung einsetzen, brauchen wir einfach!" sast