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Kinder finden "Schatz" auf Neuerburger Jugendburg

Kinder finden "Schatz" auf Neuerburger Jugendburg

Während Renovierungsarbeiten am Gemäuer der Jugendburg Neuerburg wurde ein versteckter Schacht geöffnet. Darin fanden Kinder die Überbleibsel luxemburgischer Soldaten, die vor mehr als 70 Jahren auf der Burg stationiert gewesen waren.

Neuerburg. Eigentlich waren Johanna Kindler und Jakob Heiny mit ihren Eltern im Rahmen der "Ora et labora-Woche" auf die Burg Neuerburg gekommen. Doch dann wurden die beiden acht und zwölf Jahre alten Kinder zu echten Schatzsuchern. Wie der Filmheld Indiana Jones durchforsteten sie einen dunklen Schacht, dessen Eingang ihre Eltern im Rahmen von Renovierungsarbeiten freigelegt hatten.

Was die kleinen Abenteurer ans Tageslicht beförderten, war fast 70 Jahre unentdeckt hinter alten Mauern versteckt gewesen. Als Johanna und Jakob staubbedeckt aus dem Schacht stiegen, hatten sie Seife, Zigaretten, Konservendosen, Rasierklingen und Paket-reste im Gepäck. Prunkstück ihres Funde war ein alter Liebesbrief. An sein "herzegt Medchen" begann der Soldat seinen Brief, der seine Liebste vielleicht nie erreicht hat.

Dank der alten Ausgaben der Tageszeitung Luxemburger Wort konnte der Schatz schnell datiert werden. Es handelt sich um Hinterlassenschaften aus den Jahren 1946/47. Damals waren Luxemburger Soldaten als eine der Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Burg stationiert. "Für die Kinder war das natürlich ein tolles Abenteuer, von dem sie nach den Ferien noch vielen ihrer Freunde erzählen werden", sagte Willi Hermes, Vorsitzender des Fördervereins Burg Neuerburg.

Jedes Jahr verbringen Familien in den Sommerferien einige Tage auf der Burg Neuerburg. Dank der im Rahmen der katholischen Jugendbewegung Bund Neudeutschland organisierten Jugendfreizeiten haben die Familien eine Beziehung zur Jugendburg. Ein Mal im Jahr kehren sie dann an diesen Ort der Kindheitserinnerungen zurück, um im Rahmen der "Ora et labora-Woche" nicht nur zu beten, sondern gemeinsam am Erhalt der Burg zu werkeln. "In diesem Jahr hatten wir den Schwerpunkt Treppensanierung", erklärt Hermes, der als Vorsitzender des Fördervereins für den Erhalt der Burg in Neuerburg eintritt.

Dank Johanna und Jakob ist die Jugendburg nun um ein Abenteuer reicher. Die Fundstücke sollen laut Herbergsvater Volker Krump in einer Vitrine ausgestellt werden. Die beiden Nachwuchsforscher freuen sich darüber riesig, und vielleicht kommen sie im nächsten Jahr zurück, um neue Schätze zu finden.