Kinder zweier Länder sollen gemeinsam lernen

Kinder zweier Länder sollen gemeinsam lernen

Gehen zukünftig Schülerinnen und Schüler aus Echternach und Irrel in eine gemeinsame Grundschule? Wenn es nach der Vorstellung von Landrat Joachim Streit und Verbandsgemeindebürgermeister Moritz Petry geht, ja. Einen entsprechenden Vorschlag haben sie im Bildungsministerium eingebracht.

Irrel. Einen Termin bei Staatsekretärin Vera Reiß, die im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium zuständig für schulische Angelegenheiten ist, wollen zurzeit vor allem die Anwärter auf eine Integrierte Gesamtschule (IGS) haben. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind das für das Schuljahr 2011/2012 die Schulstandorte Irrel und Speicher (der TV berichtete).

Als Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Irrel, und Landrat Joachim Streit vor kurzem zum Gesprächstermin in Mainz anreisten, hatten sie anderes im Sinn: die Idee einer deutsch-luxemburgischen Grundschule. Der Vorschlag einer grenzüberschreitenden Grundschule sei auf offene Ohren gestoßen, berichtet Petry.

Nachdem das Saarland bereits ein diesbezügliches deutsch-luxemburgisches Abkommen geschlossen hat, besteht in Rheinland-Pfalz noch Nachholbedarf. Im Ministerium ist bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die sich mit der grenzüberschreitenden Beschulung beschäftigt. Denen werde die Idee aus Irrel mitgegeben, versprach Reiß.

"Der Bedarf ist da" sagt Petry. Vor allem Echternach wächst. Derzeit leben in der luxemburgischen Grenzstadt rund 5500 Einwohner. Angestrebt werden 7000. Das Grundschulangebot werde dann nicht mehr ausreichen, ist man sich links und rechts der Sauer einig. Müsse eine weitere Grundschule gebaut werden, biete es sich an, ein deutsch-luxemburgisches Referenzprojekt auf die Beine zu stellen, sagen die Verantwortlichen. Ob eine neue Grundschule auf Luxemburger Gebiet oder am Schulstandort Irrel entstünde, sei noch völlig offen. Wichtig ist der VG Irrel, die grenzüberschreitenden Beziehungen auch auf den schulischen Bereich auszuweiten. "Wir kooperieren mit Echternach im Bereich Abwasser, Feuerwehr und Tourismus", sagt Petry. Eine Zusammenarbeit bedeute in diesem Fall geteilte Kosten und ein Stück Normalität im Grenzgebiet. Derzeit gehen 13 deutsche Grundschüler nach Echternach. Bedingung der Stadt Echternach für diese Ausnahmeregelung, die nur für Echternacherbrück gilt, ist, dass zumindest ein Elternteil in Luxemburg arbeitet. In Irrel gehen 16 luxemburgische Schüler in die Grundschule und 23 in die Realschule plus. 35 dieser Luxemburger haben ihren Wohnort in Irrel.

Für eine eventuelle gemeinsame Grundschule würde in Deutsch und Luxemburgisch unterrichtet. Französisch als Pflichtsprache an luxemburgischen Grundschulen ist wahrscheinlich. Die nächstgelegene mehrsprachige Schule mit grenzüberschreitender Ausrichtung gibt es bisher im saarländischen Perl an der Obermosel. Das dortige Schengen-Lyzeum ist eine Schulform zwischen Gesamtschule und Gymnasium.