Kinderschänder muss ins Gefängnis

Kinderschänder muss ins Gefängnis

Weil er die neunjährige Tochter seines Halbbruders sexuell missbraucht hat, muss ein 34-jähriger Mann aus dem Eifelkreis für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Dieses Urteil fällte gestern das Trierer Landgericht, wo der Mann die Übergriffe gestand.

Bitburg/Trier. Nervös blickt der 34-jährige D. durch den Saal des Trierer Landgerichts. Auf dem Gesicht des korpulenten Manns sind hektische rote Flecken. Er muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs verantworten. Zehnmal hat er sich an der acht- und später neunjährigen Tochter seines Halbbruders vergangen.
Die Taten räumt er unumwunden ein: "Ja, was soll ich dazu sagen. Es war halt so. Da braucht man nichts schönzureden", sagt D. und erklärt auf Nachfragen des Vorsitzenden Richters Albrecht Keimburg, wie es zum ersten Übergriff im Sommer 2009 gekommen ist: Sein Halbbruder und dessen Frau haben ihn wieder einmal gebeten, auf die Neunjährige und ihre beiden jüngeren Geschwister aufzupassen, während sie ausgingen. Bei den Kindern war der Onkel beliebt. "Die waren froh, wenn er kam", sagt die Mutter. Doch das sollte nicht so bleiben.
"Ich habe an dem Abend wie immer die beiden Kleinen ins Bett gebracht und der Älteren gesagt, sie solle sich schon mal waschen und fürs Bett umziehen. Sie hat noch gefragt, ob ich ihr noch Gute Nacht sage. Und da hat sie dann in der Unterhose gestanden und irgendwie hat es da klick bei mir gemacht", erzählt D. recht unbeholfen. Dem Mädchen erklärte er, dass sie nun ein Geheimnis hätten. Ein schlechtes Gewissen habe er "schon irgendwie" gehabt. Dennoch nutzte er weitere neun Abende in Abwesenheit der Eltern, um sich an der Neunjährigen zu befriedigen.
Den 34-Jährigen, den Richter Keimburg als "nicht sehr helle" beschreibt, was die psychologische Gutachterin Sylvia Leupold formeller "niedrige Intelligenz" nennt, hatte erst ein Mal in seinem Leben eine Freundin - Jahre, bevor er seine Nichte missbrauchte.
Er lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater im Eifelkreis und arbeitet in einem betreuten Projekt. In seinem Zimmer wurden unter den mehr als 350 DVDs auch einige Pornos gefunden, allerdings keine Kinderpornografie. "Der Missbrauch war für ihn wohl eine Ersatzhandlung, weil das Kind ein leicht zu erreichendes Ziel war. Er ist nicht pädophil", sagt Gutachterin Leupold, die ihm volle Schuldfähigkeit bescheinigt.
Die Übergriffe stellte D. ein, nachdem das Mädchen ihm wagte zu sagen, dass er ihr wehtue. Einige Wochen später, als D. um die Fastnachtszeit ein weiteres Mal auf die Kinder aufpassen sollte, vertraute sich das Opfer seiner Mutter an. Die erstattete Anzeige und forderte D. auf, sich selbst anzuzeigen, um dem Kind eine Aussage vor Gericht zu ersparen. Das tat D. dann am 21. Februar 2011. Seither hat er in Untersuchungshaft gesessen. "Mir ging es ohnehin schon nicht gut und ich habe es wegen dieser Geschichte an die Nerven bekommen", sagt er.
Staatsanwältin Kristina Speicher plädierte auf eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten, womit sich auch Verteidigerin Martha Schwiering einverstanden zeigte. Dem folgte Richter Keimburg in seinem Urteil. D. sagte zum Schluss: "Ich habe die Strafe verdient."

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