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Kinos dürfen bald wieder öffnen genaue Regeln stehen aber noch nicht

Corona-Beschränkungen : Kinobetreiber bereiten die Wiedereröffnungen vor

Kinos dürfen nach vielen Wochen Corona-Zwangspause bald wieder öffnen. Das “Wie” steht aktuell aber noch in den Sternen. Ob am 27. Mai gestartet wird, hängt vor allem vom Hygienekonzept ab.

Der Duft von frischem Popcorn liegt in der Luft, riesige Getränkebecher werden mit Limo befüllt und viele tauschen sich bereits mit ihren Freunden über den gleich folgenden Film aus. Sehnsüchtig warten viele Menschen in der Eifel wieder auf diese Momente, am meisten aber mit Sicherheit die Kinobetreiber. Mit etwas Sorge blickt man in den vier Lichtspielhäusern in der Eifel auf die kommenden Wochen.

Kurt Römer betreibt das größte Kino in der Eifel. Sein Kinopalast in Daun ist schon seit vielen Wochen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Jeder einzelne der 500 Sitze muss leer bleiben. „Zumindest bis zum 27. Mai“, sagt er. Ab dann dürfe er wegen der Lockerungen, die das Land beschlossen hat, wieder öffnen.

Grund zur Freude? Für Römer eher nicht, denn bis dahin gebe es noch einige Probleme zu lösen, die die Wiedereröffnung gefährden. Er erklärt: „Die Abstandsregel macht uns zu schaffen. Wenn ich, wie in kleinen Sälen nur einen Zugang in eine Sitzreihe habe, dann kann ich nur einen Hausstand da reinsetzen.“ Denn wenn bei vollem Haus einer zur Toilette müsste, käme er nicht drumherum dicht an den anderen Gästen vorbeizugehen, erklärt der Kinobetreiber. Er rechne mit einer Öffnung Ende Mai oder Anfang Juni. Ein Lichtblick in der Krise ist für ihn das Autokino, dass er am kommenden Wochenende in Daun veranstaltet (der TV berichtete).

Ein weiteres Problem nennt Günter Runge, der mit seiner Frau die Eifel-Film-Bühne in Hillesheim betreibt: „Es gibt leider kaum neue Filme. Wir werden wohl das Programm weiterspielen, mit dem wir im März abbrechen mussten. Aber mal schauen, was die Filmverleiher noch so anbieten werden.“

Die filmfreie Zeit habe man in Hillesheim aber gut genutzt. „Wir haben hier jeden Sitz einzeln gereinigt und die Kaugummischlacht gewonnen“, scherzt Runge. Dort orientiere man sich zur Vorbereitung an einem Hygienekonzept vom Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF), nach dem aber nur 50 von den insgesamt 120 Plätzen gefüllt werden könnten. „Wir warten jetzt mal auf die Vorgaben vom Land“, sagt Runge. Man freue sich aber trotzdem jetzt wieder öffnen zu dürfen.

Darüber ist auch Rainer Stoffels froh, der mit seiner Familie unter anderem das Eifel-Kino-Center in Prüm betreibt. Stoffels wird, sollte das Konzept vom HDF in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden, bereits pünktlich am 27. Mai seine Tore öffnen. Das Konzept sieht vor, dass natürliche alle Abstandsregeln eingehalten, Tickets kontaktlos verkauft und Besucherzahlen beschränkt werden. Dadurch werden zwangsläufig einige Plätze frei bleiben müssen. Den kleinen Saal könne er daher nicht betreiben.

„Da kriege ich von 50 Plätzen nur 10 bis 20 besetzt, das lohnt sich dann einfach nicht.“ Um zwischendurch zu lüften und alle Kontaktflächen zu reinigen, müsse er auch die Anzahl an Vorstellungen reduzieren. Fans des aktuell laufenden Autokinos bräuchten sich übrigens nicht sorgen. „Das gibt es parallel zum klassischen Kino auch weiterhin, vielleicht sogar den ganzen Sommer lang“, sagt Stoffels.

Heino Riewer vom Skala-Kino-Center Bitburg sieht die Lage recht bedrückend. „Wir brauchen einheitliche Regeln in ganz Europa, damit neue Filme rauskommen können oder Verschobenes noch mal vorgezogen wird.“ Ob er das Kino auch schon am 27. Mai öffnen wird, hänge stark vom Hygienekonzept ab.

„Bei zu geringer Auslastung lohnt es sich leider nicht zu öffnen. Wir werden wahrscheinlich mal zwei Wochen aufmachen und schauen, ob wir auch Besuch bekommen.“ Denn laut Umfragen seien die Leute verständlicherweise noch sehr zurückhaltend mit Aktivitäten wie Theater oder Kino. Außerdem sagt Riewer, haben wir bald Sommer, und da sei es dann sowieso etwas ruhiger. „Danach müssen wir sehen, ob und wie es weiter geht.“