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Kirchenjubiläum in Eschfeld

Kirchenjubiläum : Jubiläum mit besonderer Färbung

Die Pfarrgemeinde in Eschfeld feiert an Pfingsten das 150-jährige Bestehen ihrer Kirche – und sie errichtet ein Denkmal für Pfarrer Christoph März: den Mann, der sie vor 100 Jahren bis in den letzten Winkel ausmalte.

Ein kleines Dorf, eine kleine, zunächst unauffällige Kirche, tief im Westen des Landes und der Eifel. Wer diese Kirche aber betritt, der ist erst einmal bass erstaunt: Sämtliche Wände, Nischen, Ecken, Säulen sind bemalt, mit Szenen aus der Kirchen- und Heiligengeschichte. Hier war kein Großkünstler am Werk. Sondern ein Dorfpfarrer – ein Amateur, aber ein talentierter.

Der Gesamteffekt ist umwerfend. Und diesem Mann wird die Pfarrgemeinde an Pfingstsonntag ein Denkmal errichten. Der Anlass ist aber zunächst ein anderer: Denn Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat laden alle Bürger zum Jubiläum ihrer Kirche ein. „Sankt Luzia“ wird nämlich 150 Jahre alt.

Gleichzeitig aber wollen die Eschfelder eben auch ihren früheren Pfarrer Christoph März auf besondere Weise ehren, denn er war es, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Innenraum des Gotteshauses ausmalte – bis in den hintersten Winkel. 15 Jahre brauchte er dazu.

Eschfeld, sagt Mechthild Marx, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, bestehe aus dem Ober- und dem Unterdorf. „Über Jahrhunderte hinweg war das Unterdorf der Mittelpunkt des Ortes. Hier stand die alte Kirche.“

Als diese aber im vorletzten Jahrhundert baufällig geworden sei und sich eine Reparatur nicht mehr gelohnt habe, sei sie abgerissen worden  – „und als Baumaterial für den im Jahr 1869 fertiggestellten Neubau der Kirche im Oberdorf mitverwendet“.

Die Kirche ist im neugotischen Stil errichtet, Teile wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder erneuert. „Der älteste Zeuge religiösen Lebens in Eschfeld“, sagt Mechthild Marx, „ist wohl der romanische Taufstein, rechts am Eingang der Kirche.“

Besonders erwähnenswert ist das Gebäude allerdings wegen seiner tatsächlich hinreißenden Innenausstattung: Denn Pfarrer März, sagt Mechthild Marx, „hat ein für seine Zeit und die ganze Eifel einmaliges Werk geschaffen“. Und mit dieser Einschätzung ist sie nicht allein.

Christoph März versah seinen Dienst von 1899 bis 1931 im Dorf. Und von 1906 bis 1921 arbeitete er an seinem großen Werk. Die Kirche, ergänzt Mechthild Marx, sollte seiner Vorstellung nach „ein bebildertes Lehrbuch sein, das in erster Linie den Bewohnern seiner Pfarrdörfer die Themen der Heilsgeschichte erzählen will.“

Das ist ihm gelungen – so gut, dass ein Besuch in Eschfeld auch eine weitere Anreise lohnt. Pastor März hatte aber noch andere Talente: Er komponierte auch Lieder und die „Eschfelder Messe“.

Ein anderer Künstler hat sich unterdessen bereit erklärt, zum Kirchenjubiläum eine Skulptur dieses Pastors zu schaffen: Bildhauer Peter Weiland aus Irrhausen, der in der ganzen Eifel bereits Plastiken hinterlassen hat.

Den Sockel dafür hat Weiland bereits gemeißelt, er steht schon vor der Kirche. Am Jubiläumsfest wird das in Sandstein gehauene Monument dann obendrauf gesetzt und seinen Ehrenplatz vor der Kirche erhalten.

Draußen steht schon der Sockel für das Denkmal. Foto: Fritz-Peter Linden
Altarraum und Decke. Foto: Fritz-Peter Linden
Blickfänge von Boden bis zur Decke: Die Kirche von Eschfeld. Foto: Fritz-Peter Linden

Termin: Pfingstsonntag, 9. Juni. Die Feier beginnt um 15 Uhr mit dem Festhochamt in der Kirche. Anschließend wird die „Pfarrer-März-Figur“ feierlich enthüllt und gesegnet. Danach feiern alle im Dorfgemeinschaftshaus weiter. Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat laden alle Bürger zum Fest ein.