Kirchensanierung in Bleialf

Archiv März 2018 : Betreten nicht erbeten

Wenn Holz zu viel arbeitet: In der sanierungsbedürftigen Kirche von Bleialf musste nun auch das Mittelschiff gesperrt werden. Im Dachstuhl darüber waren zwei Balken zerbrochen.

Die Kirche Maria Himmelfahrt in der Bleialfer Dorfmitte muss saniert werden. Ein großes, teures Vorhaben – und die Zeit drängt. Denn mitten hinein in die Vorbereitungsphase gaben im November die Statiker durch: Die Seitenschiffe müssen gesperrt werden. Aus zwei Gründen: Kriegsschäden im Dachstuhl und eine mangelnde Stabilität der Holzkonstruktion (der TV berichtete).

Dass unterm Bleialfer Kirchenfirst Probleme lauerten, sagt Pfarrer Jochen Kohr zum TV, sei nicht neu: „Der Befund war schon klar – und dass da eine umfangreiche Sanierung ansteht.“ Der gesamte Dachstuhl sei zu schwach ausgelegt. „Das ist im Grunde eine Fehlkonstruktion.“

Pfarrer Jochen Kohr zeigt die reparierten Bruchstellen im Dachstuhl. Foto: TV/Willi Leinen

Jetzt aber knirscht es noch deutlicher im Gebälk, Ursache sind vermutlich Wind und Wetter des Winters: Vorige Woche musste deshalb auch das Mittelschiff im neueren Teil der Kirche – 1925 gebaut – gesperrt werden. Denn Manfred Post vom Architekturbüro Dimmer aus Stadtkyll hatte gesehen, dass im Dachstuhl zwei Balken gebrochen waren.

Von außen sieht alles harmlos aus, aber drinnen lauern die Probleme: die Bleialfer Kirche. Foto: Fritz-Peter Linden

Das brachte eine neue Dramatik: Denn die Bruchstellen belasteten das darunter angebrachte, sogenannte Drahtputzgewölbe. Das aber, sagt der Pfarrer, sei nur sechs Zentimeter dick. „Und wenn es von oben dort draufdrückt, können große Stücke Putz rausbrechen“, sagt Kohr.

Ergo: Sperrung des gesamten Kirchenraums. Das Problem, sagt Willi Leinen, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats, habe vorige Woche schnell gelöst werden müssen, denn am Freitagabend war ein Totengebet angesetzt – und am Samstagvormittag der Gottesdienst „für eine zu erwartend sehr große Trauergemeinde“.

Die Bleialfer riefen die Zimmerleute der Schönecker Firma Floss, die noch am Freitag anrückten. Leinen: „Nachdem der Statiker die Stabilisierung der beschädigten Binder als Lösung erlaubt hatte, verstärkten die Zimmerleute die gebrochenen Balken mit dicken Schichtplatten und bauten zusätzliche Stützen ein, um die Last besser auf die dicken Seitenwände abzuleiten. Am Abend konnte das Mittelschiff wieder freigegeben werden.“

„Wir haben Zeit gewonnen“, sagt Jochen Kohr. Wie viel Zeit, steht noch nicht fest: Am Dienstag kam Zimmerer Jochen Floss noch einmal nach Bleialf und nahm weitere Messungen vor. „Der Statiker ist noch skeptisch“, sagt der Pfarrer, „und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Kirche doch wieder für den Publikumsverkehr gesperrt werden muss.“ Das Ergebnis der Berechnungen soll in den kommenden Tagen vorliegen.

Was alles noch getan werden muss in der Bleialfer Kirche, darüber sollen die weiter laufenden Untersuchungen Aufschluss geben. Das Bistum Trier, sagt Jochen Kohr, „will eine genaue Bestandsaufnahme“. Nicht ganz einfach, denn es existieren keine detaillierten Pläne für die Kirche. Das Architekturbüro nehme deshalb digitale Messungen vor, aus denen anschließend erstmals auch Bauzeichnungen entstehen.

Auf die Kirchengemeinde kommt also allerhand zu, nachdem man bereits in den vergangenen Jahren, mit Unterstützung vom Bistum, viel Geld ausgegeben hat: Pfarrer Kohr schätzt, dass bereits 1,3 Millionen Euro investiert wurden für die Sanierung der Kirchen in Mützenich, Winterscheid, Großlangenfeld und für das Bleialfer Pfarrhaus. Das Bistum fördert die Arbeiten mit 60 Prozent der Kosten. Für die Sanierung der Bleialfer Kirche, nicht zuletzt wegen der neuen Schäden, hoffe man nun auf noch weitere Unterstützung aus Trier, sagt Jochen Kohr.

Und eine Orgelsanierung, sagt Willi Leinen, stehe zudem ebenfalls an. Deshalb warte man gespannt „auf das Ergebnis der weiteren Untersuchungen und die daraus folgenden Sanierungsempfehlungen“. Vom Bistum wurde dem Verwaltungsrat zwar bereits eine kräftige Unterstützung angedeutet. „Auf Spenden aus der Pfarrgemeinde werden die Projekte aber dennoch angewiesen sein.“