Kirchliche Abspeck-Kur

TRIER. Die Zahl der Pfarreiengemeinschaften im Bistum Trier wird in den nächsten Jahren drastisch sinken. Das sieht der Entwurf des Strukturplans 2020 vor, der seit gestern auch den einzelnen Pfarreien vorliegt. Noch sind Änderungen möglich.

Ein gutes Jahr lang wurde in den 35 Dekanaten in Deutschlands ältester Diözese diskutiert, seit Montag liegt der Entwurf des Projekts 2020 offiziell auf dem Tisch. Danach wird die Zahl der Pfarreiengemeinschaften im Bistum Trier in den nächsten Jahren nahezu halbiert - von rund 380 auf dann 167 (der TV berichtete). Hauptgründe für die kirchliche "Abspeckkur": Es gibt bistumsweit immer weniger Katholiken (minus 314 000 in den vergangenen 20 Jahren) und immer weniger Priester (minus 260). "Wir dürfen vor diesen Entwicklungen die Augen nicht verschließen. Und wir müssen Antworten geben auf die Herausforderungen", sagte Generalvikar Georg Holkenbrink bei der Vorstellung des Entwurfs. Der knapp 100 Seiten starke Strukturplan zeigt auf, welche Pfarreien beziehungsweise Pfarreiengemeinschaften künftig zusammengehen sollen. Dabei ist es laut Holkenbrink den Akteuren vor Ort freigestellt, ob die Pfarreien zu einer neuen Pfarrei fusionieren oder "verbindlich kooperieren". Jedenfalls wird es in nicht allzu ferner Zukunft nur noch einen Pastor für jede der dann 167 Einheiten geben. Der Priester betreut dann etwa die doppelte Zahl an Gemeinden wie bisher. "Die Arbeit der Pastöre wird sich massiv ändern", sagt Clemens Grünebach, der Dechant von Hermeskeil-Waldrach. Einige Mitbrüder hätten vor dieser Veränderung große Angst. "Sie befürchten, dass die Seelsorge schwieriger wird." Grünebachs Prognose: "Die Quantität wird abnehmen, aber die Qualität wird steigen."Diskussionen an der Basis möglich

Wie der Dechant setzt auch Projektleiter Pfarrer Martin Lörsch auf eine stärkere Einbindung von Haupt- und Ehrenamtlichen: "Wenn künftig besser delegiert wird, ist mehr möglich als jetzt." Die Vorschläge des Projektteams können in den nächsten Monaten noch einmal an der Basis diskutiert werden. Umstritten ist im so genannten Visitationsbezirk Trier offenbar nur noch die künftige Zugehörigkeit der beiden Pfarreien Föhren und Bekond. Mitte Juni wird Bischof Reinhard Marx dann den endgültigen Strukturplan verkünden, der dann bis spätestens 2020 umgesetzt sein soll. Weitere Informationen unter: