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Kita-Bau wird teuer für die Stadt Bitburg

Kita in der Kaserne wird mehr Kosten : Das wird teuer für die Stadt Bitburg

8,5 Millionen Euro soll die neue Bitburger Riesenkita kosten. Das ergibt sich aus der Schätzung eines Architekturbüros, die der Stadt seit Kurzem vorliegt. Das Projekt wird also um einiges teurer als erwartet. Wird der Stadtrat trotzdem grünes Licht geben?

200 Plätze fehlen in Bitburger Kindertagesstätten. Die Einrichtungen sind zu klein, die Wartelisten zu lang. Das ist lange bekannt. Seit Jahren plant die Stadt daher, den Block 2001 auf dem Kasernengelände zur Kita umzubauen.

Doch im Projekt war von Anfang an der Wurm drin (der TV berichtete). Ein Investor, der das Gebäude an die Kommune vermieten wollte, sprang ab. Die Stadt kaufte das Gebäude und kämpfte sich durch ein langwieriges Ausschreibeverfahren. Unterdessen wuchs die Stadt und die Zahl der Kinder, sodass die Planung über den Haufen geworfen werden musste. Elf  statt neun Gruppen sollte die Einrichtung nun haben.

Es ist eine unendliche Geschichte, die nun ein weiteres Kapitel bekommt. Sie stammt aus der Feder eines Architekturbüros. Die Planer lieferten der Stadt vor wenigen Wochen erstmals eine Kostenschätzung für das Mammutprojekt. Und die beläuft sich auf 8,5 Millionen Euro. „Als wir gesehen haben, was auf uns zukommt, mussten wir erst mal schlucken“, sagt Bürgermeister Joachim Kandels (CDU). „Keiner hat damit gerechnet, dass die Kosten so hoch sein werden“, pflichtet Bauamtsleiter Berthold Steffes ihm bei. Eine neungruppige Kita wäre nach Planung von 2018 für rund 3,6 Millionen Euro weniger zu haben gewesen.

Wie sich der Fachmann die Steigerung erklärt? Laut Steffes muss die Verwaltung mehr als erwartet in die Belüftung und die Sanitäranlagen investieren: „Der Rohbau ist gut, aber alles andere muss neu gemacht werden.“ Auch der Brandschutz sei nicht auf dem neuesten Stand. Aufgefallen sei dies erst bei der Begutachtung des Gebäudes. Die erste grobe Schätzung habe all das nicht einkalkulieren können.

„Für Diskussionen wird das Ganze trotzdem sorgen“, sagt Bürgermeister Kandels. Zunächst im Bauausschuss und im Hauptausschuss: Beide Gremien werden sich am Donnerstag mit dem Thema befassen und Empfehlungen an den Stadtrat aussprechen. Der soll laut Kandels am 17. April abstimmen. „Es wäre bitter, wenn der Rat nicht beschließen würde, die Kita im Kasernenblock einzurichten“, sagt der Bürgermeister.

Bitter, vor allem für Eltern: Denn obwohl in der Übergangskita 75 Kinder unterkommen könnten, bleibe der Druck  hoch, sagt Kandels. Und der Stadtchef ist sich sicher: „Wenn es eine Absage des Rates gibt, wird es vorerst gar keine neue Kita in Bitburg geben.“ Denn Alternativen zum Umbau des Blocks  sieht er derzeit keine.

Für einen Neubau habe die Stadt kein geeignetes Grundstück, sagt Fachmann Steffes. Dass ein solcher womöglich billiger geworden wäre, zeigt der Blick nach Speicher. Hier entsteht derzeit eine elf-gruppige Einrichtung für rund fünf Millionen Euro. Doch was nützt dieses Wissen, wenn es kein passendes Gelände gibt? Und auch für einen Ausbau bestehender Einrichtungen ist laut Steffes kein Platz.

Der Stadtrat sollte das Projekt nach Ansicht der Verwaltung aber noch aus einem anderem Grund voranbringen. Denn Fördergeld vom Land gibt es nur, wenn das Projekt vor 2021 abgerechnet werden kann. Das heißt: Die Bauarbeiten müssen möglichst bald beginnen, um an die Zuschüsse in Höhe von 1,6 Millionen zu kommen. Weitere 739 000 Euro könnte es vom Kreis geben. Insgesamt steht der Stadt also eine Zuwendung von 2,3 Millionen Euro in Aussicht. Das wären etwas mehr als ein Viertel der Gesamtkosten. Und damit viel zu wenig, findet Kandels. Der Bürgermeister würde sich vor allem vom Land mehr Unterstützung wünschen: „Die fordern was und wir kriegen dann die Rechnung präsentiert.“