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Kita Herforst ist für Anforderungen des „Gute- Kita-Gesetzes“ zu klein

Herforster denken über Erweiterung oder Neubau nach : Kitagesetz bringt Platznot

Die Kita Herforst ist für die Anforderungen des „Gute- Kita-Gesetzes“ zu klein. Im Gemeinderat sorgt das für Diskussionen.

(chb)  Der Kindergarten Herforst ist in der ehemaligen Schule des Ortes untergebracht. So hat dieses Gebäude eine sinnvolle Nutzung, und Platz war bisher für die maximal 58 Kinder, die hier betreut werden können, genug.

Doch jetzt wird es eng, nicht durch einen Kinderboom im Ort, sondern weil der Gesetzgeber neue Vorgaben macht. Ab 1. Juli 2021 hat jedes Kind in Rheinland-Pfalz, nach dem „Gute-Kita-Gesetz“, den Anspruch, sieben Stunden pro Tag in der Kindertagesstätte zu verbringen. Deshalb muss für alle Kinder ein warmes Mittagessen möglich und ein Schlafplatz vorhanden sein.

Nach einer Begehung mit dem Landesjugendamt und der Kreisverwaltung ist klar, dass auf jeden Fall angebaut werden muss. Im Juli hatte sich der Ortsgemeinderat schon dafür ausgesprochen, die Kita nach den Vorgaben zu erweitern. Das Ratsmitglied Pascal Bach und Evelyn Sommer wurden mit der Planung beauftragt. Ihr Ergebnis haben sie in der vergangenen Ratssitzung vorgetragen. Dabei würden sie die Küche in den Keller verlegen, den Essensraum ins Erdgeschoss und auch das Büro der Leitung sowie die Toiletten würden dort Platz finden. Im ersten Obergeschoss käme ein Schlafraum dazu.

Die Planer haben sich zudem mit dem Personal der Kindertagesstätte unterhalten und nach deren Bedürfnissen und Wünschen gefragt. Von dieser Seite wünscht man sich mehr Möglichkeiten für Garderoben und Lagerflächen. Pascal Bach berichtet: „Da sind viele Wünsche, da müssen wir noch einmal einiges überarbeiten.“ Weiter sagt er: „Aber es ist jetzt schon klar, dass wir mit einem Anbau vorne allein nicht klarkommen, denn auch die Gruppenräume sind zu klein.“

Aus den Reihen des Rates kam die Anregung, das Dachgeschoss ebenfalls mitzunutzen, etwa als Lagerfläche und für die Personalräume. Das hatten die Planer in der Kita schon angesprochen, doch die Lagerräume würden hauptsächlich für die Dinge des täglichen Bedarfs gebraucht.  Ortsbürgermeisterin Sigrid Heinemann gab zu bedenken: „Die engen Treppen und Flure würden bestehen bleiben, und das Arbeiten mit den Kindern auf mehreren Etagen erfordert auch das entsprechende Personal, weil die Kinder überall beaufsichtigt werden müssen.“

Neben dem Anbau an das momentane Kitagebäude haben Pascal Bach und Evelyn Sommer einen Neubau als Alternative geplant. Ortsbürgermeisterin Sigrid Heinemann betonte dabei, dass ein Neubau mit in Betracht gezogen werden solle, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein und dass es zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal um einen ersten Eindruck gehen solle. Über einen möglichen Standort würde man auch erst nachdenken, wenn klar sei, dass ein Neubau nötig wäre. Dieses Gebäude haben die Planer auf zwei Etagen angelegt, weil insgesamt etwa 700 Quadratmeter Fläche gebraucht würden, die auf einer Ebene kaum unterzubringen wären. Es hätte eine Fläche von 20 mal 18 Metern „in einer fast quadratisch einfachen Form gehalten“, wie die Planer erklären.

So könnte ein möglicher Kita-Neubau aussehen. Aber noch ist entschieden, auch ein Anbau käme in Betracht. Foto: tv/Pascal Bach

Viele Ratsmitglieder würden es gerne sehen, wenn ein Anbau am bestehenden Gebäude die Anforderungen erfüllen könnte. Ihnen ist es wichtig, dass die ehemalige Schule weiterhin genutzt wird und nicht leer stehen oder verkauft würde, so dass man keinen Einfluss mehr auf die Nutzung hätte. In einem nächsten Schritt will man sich mit den weiteren Umplanungen beschäftigen.