Kita-Plätze, Postplatz und Housing

Kita-Plätze, Postplatz und Housing

In einem Punkt sind sich die Fraktionen des Bitburger Stadtrats einig: Die Umgestaltung des Postplatzes "Am Spittel" soll dieses Jahr als Initialzündung für die Stärkung der Innenstadt aufs Gleis gebracht werden. Darüber hinaus haben die Fraktionen verschiedene Schwerpunkte für 2011.

Bitburg. Dafür, dass nächstes Jahr in Bitburg im wahrsten Sinne des Wortes die Post abgeht, legen sich die Kommunalpolitiker 2011 gemeinsam ins Zeug: Alle Fraktionen des Stadtrats wollen die Umgestaltung des Postplatzes voranbringen. Die Ausschreibung für den Investoren-Architekten-Wettbewerb läuft, im Februar sollen die eingegangenen Konzepte bewertet werden. Sollte sich dabei ein Investor finden, der das rund 4400 Quadratmeter große Innenstadt-Areal neu bebauen will, würde sich das auch positiv auf den Haushalt auswirken: Rund 1,5 Millionen Euro soll der Verkauf des Grundstücks bringen, das die Stadt vor fünf Jahren erworben hat.

Läuft alles nach Plan, bekommt im Herbst ein Team den Auftrag. Dann könnte das alte Postgebäude noch Ende dieses Jahres, spätestens Anfang 2012 abgerissen werden. Dass es Zeit wird, erste Ideen für eine Umnutzung des Housing-Areals zu sammeln, ist ebenfalls ein Anliegen fast aller Fraktionen. Allerdings sind die Vorstellungen darüber, wie sich die rund 75 Hektar am Rande der Kernstadt nutzen ließen, noch recht unkonkret.

Darüber hinaus haben die politischen Gruppen je eigene Schwerpunkte, die sie dieses Jahr verfolgen wollen - von der Forcierung des Baubeginns für das Einkaufszentrum "Limbourgs Hof" am Rautenberg über Planungswerkstätten, Energiekonzepte und mehr Platz für das Innenstadt-Krankenhaus bis hin zur Verhinderung des Bit-Airports, wie ihn Projektentwickler Frank Lamparski auf dem Flugplatz plant.

Eine Übersicht über die Ziele für 2011 der sechs Fraktionen des Bitburger Stadtrats:

Peter Wagner (CDU): "Die CDU-Fraktion möchte 2011 insbesondere den Investorenzuschlag für das Postareal sowie Planungsreife für das Projekt Bit-Galerie erreichen. Außerdem wünschen wir uns endlich den Baubeginn am Rautenberg. Weitere konkrete Beratung und Erkundung der möglichen Nutzungen im Bereich der Housing haben ebenfalls Priorität. Auch ein flächendeckend schnelles Internet für Bitburg sowie ausreichend Plätze für Ganztagsbetreuung stehen auf unserer Agenda."

Willi Notte (Liste Streit): "Mittels einer verstärkt konzeptionellen Vorgehensweise will die Liste Streit Kostenstrukturen verbessern und zukünftige Projekte nutzen, damit Bitburgs Stadtentwicklung eine klarere Struktur und die Stadt eine stärkere Identität erhält. Der neue Postplatz soll Mittelpunkt unserer modernen Stadt sein. Im Housing-Areal soll ein Wohnpark mit großzügigen Grün- und Wasserflächen entstehen, wo sich viele unserer Idealvorstellungen städtischen Lebens realisieren lassen."

Agnes Hackenberger (FBL): "Unser Focus liegt 2011 auf der Entwicklung der Innenstadt. Hierbei gilt es, vielen Ansprüchen gerecht zu werden: von Wirtschaft, Arbeitnehmern, öffentlichen Institutionen, Bürgern und Gästen. Deshalb plädiert die FBL dafür, Betroffene zu Beteiligten zu machen, indem sie frühzeitig und umfassend in Form von Planungswerkstätten und Gesprächskreisen eingebunden werden. Nicht jeder Glaspalast wird zu einem Edelstein der Stadtentwicklung."

Johannes Roß-Klein (Grüne): "Wir sind für mehr Mitbestimmung der Bürger, für Bürger-Kraftwerke, Bürger-Gemeinschafts-Fotovoltaikanlagen und eine Öffnung aller Ratssitzungen für Bürger. Wir sind für die Stärkung der Innenstadt, mit Schwerpunkt auf der Umgestaltung des Postareals. Wir fordern ein neues Verkehrsgutachten für die Nord-Ost-Tangente, die rasche Konversion der Housing, preiswertes Bauland, einen Naherholungs-Grüngürtel und den Verzicht auf den großen Flugbetrieb. Unser Ziel: eine energieautarke und schuldenfreie Stadt."

Stephan Garçon (SPD): "Priorität hat die Einrichtung der Kita-Plätze, damit jede Familie, die auf einer Warteliste steht, auch zeitnah berücksichtigt werden kann. Dann müssen wir dafür sorgen, dass das Krankenhaus als wichtigster Arbeitgeber in der Stadt seine Investitionspläne umsetzen kann. Deshalb warten wir auf die Freigabe der Housing, wo wir durch Analysen und Planungen schon jetzt unsere Hausaufgaben machen sollten. Voranbringen wollen wir auch die Entwicklung auf dem Flugplatz, aber ohne fliegerische Nutzung."

Marie-Luise Niewodniczanska (FDP): "Der Investorenwettbewerb für den Postplatz muss zügig verwirklicht werden. Dies ist auch wichtig in Hinblick auf das Krankenhaus, das unter Platzmangel leidet und erweitern möchte. Die Schulden müssen weiter abgebaut werden: Benötigen wir im Sommer vier Schwimmbecken, bei diesem hohen Defizit des Cascade-Bads? Bei den Schulen dürfen wir über die teuren thermischen Sanierungen nicht vergessen, dass Lehrerausbildung, Lehrpläne und Klassengrößen über den Lernerfolg entscheiden."

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