Klare Absage an alle Schwarzmaler

Klare Absage an alle Schwarzmaler

Die Vereinigung Trierer Unternehmer (VTU) hat sicher schon unter günstigeren Rahmen-Bedingungen ihren Neujahrsempfang veranstaltet. Doch die Wirtschaft in der Region will sich den Herausforderungen stellen und die Chancen in der Krise suchen.

Trier. (hw) Die Krise ist da, doch in der Region Trier gibt es keinen Grund zur übertriebenden "Schwarzmalerei". Hanns Rendenbach, Vorsitzender der Vereinigung Trierer Unternehmen, sprach bei seiner Begrüßung beim diesjährigen VTU-Neujahrsempfang vielen der anwesenden Unternehmen aus dem Herzen. "Was die Zukunft bringen wird, darüber wage ich keine Vorhersage", meinte Rendenbach. Doch der VTU-Vorsitzende glaubt eben auch, dass es Chancen in dieser Krise gibt.

Die Bundesregierung habe mit ihrem Konjunkturpaket einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Diese zusätzlichen Investitionen schüfen neue Anreize und vor allem Vertrauen. Das seien wichtige Akzente. "2009 müssen wir mit der Krise leben und 2010 hoffen wir wieder auf ein bescheidenes Wachstum", sagte der VTU-Vorsitzende. Dabei sieht Rendenbach vor allem in der sozialen Marktwirtschaft ein stabiles System, das die Herausforderungen zu meistern helfe. Es habe sich in der Vergangenheit häufig gezeigt, "wir können größte Herausforderungen meistern, und es kommt auch wieder ein Auf".

Ministerpräsident Kurt Beck sieht die Region "gut aufgestellt". Eine niedrige Arbeitslosenquote und innovative Unternehmen zeichneten die Wirtschaft aus. Dies alles seien gute Voraussetzungen, um aus wirtschaftlich schwierigen Zeiten gestärkt herauszugehen.

"Wir wollen in dieser Rezessionsphase die Unternehmen stabilisieren und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten", betonte Beck. Rheinland-Pfalz habe als erstes Land eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die unverschuldet in Not geratenen mittelständischen Unternehmen mit Krediten und Bürgschaften helfe.

Unterstützung bekommen alle Optimisten vom Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Prof. Thomas Straubhaar. Der Festredner auf dem VTU-Empfang stellte Chancen und Risiken gegenüber. Seine Rechnung sieht die positiven Aspekte mit 7:3 vorn. Als Risiken nennt der HWWI-Chef, dass der derzeitige Abschwung die gesamte Weltwirtschaft erfasst habe und auch Schwellenländer wie China, Indien, Russland oder Brasilien, die zum großen Teil den Aufschwung befeuert hätten, nun in der Krise seien. Zudem träfe die Krise alle zeitgleich. "Ein solche Situation kennen wir nicht. Es gibt keinen Rettungsanker", sagt Straubhaar. Zudem sei die hohe Verschuldung der USA eine Gefahr.

Doch der Experte sieht eben auch viele positive Aspekte: Etwa die nun wieder niedrigen Preise für Energie, Lebensmittel und Rohstoffe. Diese könnten dem Konsum auf die Sprünge helfen, ebenso wie die sehr niedrigen Zinsen. Zudem sei die Arbeitslosigkeit in Deutschland so niedrig wie lange nicht mehr: Ein weiteres Plus sei das Konjunkturprogramm der Regierung und vor allem die Wirtschaftsstruktur. Vor allem aber: Der Mittelstand, als Rückgrat der Wirtschaft, werde nicht die Chance verpassen, auch aus dieser Lage das Beste zu machen. Und so verspricht Hanns Rendenbach in einem Schlußwort: "Wir Unternehmer müssen die Krise mit unseren Mitarbeitern flexibel und kreativ angehen."

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