Klare Grenzen

Flurbereinigung in der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld: Vier neue Verfahren beginnen in diesen Tagen, eines ist nach 14 Jahren abgeschlossen - in Üttfeld.

Üttfeld. Flächen besser sortieren, Grundbesitz neu ordnen - und zwar so, dass es allen nützt und jeder einverstanden ist. Das ist der schwierige Auftrag, der hinter einer Flurbereinigung steckt.

Hinzu kommen Wegebau, Renaturierung, Aufforstung, Biotoppflege und weitere Aufgaben, die das Verfahren nicht gerade leichter machen. In Üttfeld und den Ortsteilen Niederüttfeld, Üttfeld-Bahnhof und Spielmannsholz ist jetzt die Flurbereinigung nach 14 Jahren abgeschlossen worden, unter der Federführung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Eifel.

"Insgesamt ist das harmonisch und zur Zufriedenheit der meisten abgelaufen", sagt Ortsbürgermeister Horst Zils. Mit ein paar Ausnahmen: Ein Anlieger monierte zu hohe Gebühren - er muss nun weniger zahlen. Und ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb profitierte nicht wie gewünscht vom neuen Flächenzuschnitt, da half auch der Gang zum Oberverwaltungsgericht in Koblenz nicht.

"Es gibt immer solche Einzelfälle", sagt Zils, der sich wünscht, dass bei der Bodenordnung auch die kleineren Bauernhöfe berücksichtigt werden - "um die Vielfalt auf dem Lande zu erhalten". Auch Michael Horper, Zils' Vorgänger im Amt und Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, räumt ein, dass nicht immer alles widerspruchsfrei verlaufe: "Das ist bei jedem Bodenordnungsverfahren so. Das geht nicht ohne Emotionen, es ist ja ein Eingriff ins Eigentum."

Dennoch profitierten auch die kleinen Betriebe: "Wenn ich nur 15 Hektar habe, dann habe ich die gleichen agrarstrukturellen Vorteile wie die großen", sagt Horper. Ergebnis für alle: weniger Kosten bei der Bewirtschaftung. Die Flurbereinigung in Üttfeld sei ein "sehr umfangreiches" Verfahren gewesen, sagt Michael Loser vom DLR. Dabei sei man sehr darauf bedacht gewesen, Bedenken schon früh anzugehen: "Wir gehen auf die Leute zu - sie haben dann die Möglichkeit, sich mit der Sache vertraut zu machen."

Auch das ein Grund, warum für Michael Horper das Verfahren sehr erfolgreich ausgegangen ist. Sein Fazit nach 14 Jahren: "Wenn der Pulverrauch verflogen ist, dann will keiner mehr den Zustand von vorher." Entsprechend stünden schon die Nachbargemeinden in den Startlöchern.

In Niederüttfeld schließt man das Verfahren nun mit einem gemeinsamen Abend ab. Ortsgemeinde, Beteiligte und das DLR treffen sich am Donnerstag, 30. September, 20 Uhr, im Gasthaus Schweyen.

Gleichzeitig begannen in diesen Tagen die Gespräche mit den Beteiligten bei vier weiteren Verfahren in der VG Arzfeld. Als nächste Projekte stehen an: Lünebach, Eilscheid/Lierfeld, Merlscheid/Heilhausen und Euscheid/Strickscheid.

Extra Flurbereinigung in Üttfeld - die Eckpunkte: Durch die Zusammenlegung von Flächen hat man die Zahl der Einzelparzellen auf ein Viertel reduziert und erhielt deutlich größere Bewirtschaftungseinheiten. In der gesamten Gemeinde sind zudem Grundstücke und Häuser neu vermessen worden. Die Kosten, etwa 1,4 Millionen Euro, wurden zu 87 Prozent von EU, Bund und Land gefördert. Auf die Eigentümer entfielen 164 Euro für jeden Hektar Neubesitz. Etwa 734 000 Euro flossen in den Ausbau neuer Wirtschafts- und Waldwege. "Da sind mindestens 15 Kilometer LKW-fester Waldwege entstanden", sagt Michael Horper. (fpl)