Klares Votum trifft auf Widerhall

Jünkerath · Das eindeutige Ergebnis des Bürgerentscheids in Ormont, Hallschlag, Scheid und Reuth wird den Rat der Verbandsgemeinde Obere Kyll beschäftigen, das kündigt VG-Bürgermeisterin Diane Schmitz an. Unterdessen richtet sich der Blick bereits auf die beiden noch ausstehenden Entscheide in Stadtkyll und Kerschenbach.

Jünkerath. "Wir werden jetzt im VG-Rat über das Ergebnis diskutieren", sagt Diane Schmitz, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll am Tag nach dem Bürgerentscheid, in dem sich in allen vier Orten eine klare Mehrheit für den Wechsel zur VG Prüm ausgesprochen hat (der TV berichtete). Dann müsse man sehen, wie der Rat das eindeutige Votum der Bürger für den Wechsel nach Prüm bewerte. "Einfacher werden die Fusionsverhandlungen mit Hillesheim nicht", sagt Schmitz.
Kommunal Reform


Außerdem schaue man mit Spannung auf die beiden am 6. Mai anstehenden Bürgerentscheide in Kerschenbach und Stadtkyll. Sollten diese auch ein solch klares Ergebnis hervorbringen, müsse man auch generell über die Fusion mit Hillesheim nachdenken. "Ich habe den Ortsbürgermeisterkollegen heute Morgen schon gratuliert", sagt Harald Schmitz, Ortsbürgermeister von Stadtkyll. Angesichts der Einwohnerstruktur in Stadtkyll mit vielen Neubürgern wäre er mit einem Ergebnis ähnlich wie in Scheid "schon sehr gut bedient".

Überrascht habe ihn die hohe Wahlbeteiligung. "Das war schon ein Ausrufezeichen", sagt Harald Schmitz. Er selbst erhofft sich für Stadtkyll einen Wert von mindestens 50 Prozent. Außerdem hätten offenbar auch die in den Informationsveranstaltungen vorgestellten Zahlen das vorher in den Bürgerbefragungen ermittelte Ergebnis nicht verändert.
Weniger Werbung machen


Er sehe das Ergebnis positiv, sagt Walter Schneider, Ortsbürgermeister von Kerschenbach. Aber er werde nicht so viel Werbung machen wie die Ortsbürgermeisterkollegen. Denn sein Ort sei nun einmal von der Entscheidung in Stadtkyll abhängig und wenn die einen so und die anderen anders entscheiden, habe man ein Problem. "Wir lassen es jetzt einfach mal auf uns zukommen", sagt Schneider.
Er selbst würde sich zwar Prüm wünschen, "aber das ist auch nicht das gelobte Land". Dennoch glaube er, dass man in der VG Prüm schneller auf einen grünen Zweig komme. ch
Meinung

Klares Votum der Bürger
Die Bürger haben gesprochen: Eine eindeutige Mehrheit in den vier Gemeinden will den Wechsel zur Verbandsgemeinde Prüm. Mit der großen Zustimmung haben die Menschen ein klares Ausrufungszeichen gesetzt und ihren Wunsch nach einem Wechsel zur Verbandsgemeinde Prüm mehr als deutlich gemacht. Einfacher werden die Fusionsverhandlungen zwischen der Oberen Kyll und Hillesheim nun sicher nicht. Und auch in Mainz wird man sich überlegen müssen, ob man ein so klares Votum unter den Teppich kehren kann. Denn auch wenn eine kommunale Struktur vor allem dazu dienen muss, die Einwohner gut und vor allem effizient zu verwalten, müssen die Einheiten auch von den Bürgern akzeptiert werden. Welche Wunden andernfalls geschlagen werden, zeigt sich daran, wie stark das Zugehörigkeitsgefühl zu Prüm auch 40 Jahre nach der Kreisreform im westlichen Teil der Oberen Kyll noch ist. Außerdem widerlegt das Ergebnis des Bürgerentscheids gleich zwei Thesen auf einen Schlag: zum einen, dass der Wunsch einer Rückkehr nach Prüm nur ein tiefes Bauchgefühl ist und sich die Menschen beim Blick auf die nackten Zahlen doch noch anders entscheiden. Nun haben in allen vier Gemeinden Infoabende stattgefunden, in denen auch Fragen wie Abwasserpreise besprochen worden sind. Am Ergebnis hat sich dennoch nichts geändert. Die zweite These besagt, dass sich nur wenige Bürger für die Kommunal- und Verwaltungsreform interessierten und es ihnen schlicht egal sei, wo es für ihren Ort hingeht. Auch dieses Argument ist mit der hohen Wahlbeteiligung eindeutig widerlegt worden. Nun richtet sich der Blick auf Kerschenbach und insbesondere auf Stadtkyll. Sollte dort ein ähnliches Ergebnis zustande kommen, ist zumindest die freiwillige Fusion zwischen der Oberen Kyll und Hillesheim gestorben. c.brunker@volksfreund.de

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort