Klein-Amerika wächst gewaltig

Klein-Amerika wächst gewaltig

Mehr als 400 Millionen Dollar haben die Amerikaner in den vergangenen Jahren auf der Air Base Spangdahlem investiert. Eines der größten Projekte war der Bau eines ambulanten Hospitals, das gestern eingeweiht wurde. Als nächstes ist der Bau einer Dentalklinik geplant.

Spangdahlem. Ein besonderes Ereignis für das 52. Jagdgeschwader hat Colonel David J. Julazadeh gestern mit den 10 000 Amerikanern gefeiert, die auf der amerikanischen Air Base Spangdahlem ihren Dienst leisten und in der Eifel leben: die Einweihung der 30 Millionen Dollar teuren ambulanten Klinik. Das moderne Gebäude mit gläserner Front und beigefarbenen Wänden steht nun in der Nähe des Haupteinganges auf dem Gelände des 618 Hektar großen Luftwaffenstützpunktes.
200 Patienten pro Tag


Vier Jahre wurde an dem 7000 Quadratmeter großen Krankenhaus gebaut. Ab Montag steht es den Soldaten und ihren Familien mit 23 Untersuchungsräumen und 218 Mitarbeitern zur Verfügung. Eine Besonderheit des neuen Hospitals sind das Gesundheitszentrum für Frauen und die Pädiatrie für Kinder. Das moderne Krankenhaus verfügt zudem über eine Abteilung für Flugmedizin, die Piloten und Flugpersonal behandelt, eine Physiotherapie, Radiologie, Augenheilkunde sowie ein Labor und eine Apotheke. Über 200 Patienten sollen dort täglich behandelt werden. Für stationäre Aufenthalte gibt es Vereinbarungen mit den umliegenden deutschen Krankenhäusern in Bitburg, Wittlich und Trier.
840 deutsche Beschäftigte


Zur Eröffnungsfeier kamen auch Landrat Joachim Streit sowie der Spangdahlemer Ortsbürgermeister Klaus Rodens. "Die neue Klinik macht den Flugplatz noch attraktiver und sichert ihren Bestand"; sagt Rodens. Sie zeige, dass die Air Base Spangdahlem eine sichere Zukunft habe. Insgesamt 840 deutsche Beschäftigte aus den umliegenden Ortschaften arbeiten in allen Berufszweigen auf der Air Base. Umliegende Gewerbe- und Gastronomiebetriebe profitieren ebenso von dem Luftwaffenstützpunkt. Die Klinik ist jedoch nicht das einzige Bauwerk, das in den kommenden Jahren am Standort Spangdahlem entstehen soll - es ist vielmehr ein Bruchteil des großen Plans "Spangdahlem Evolution", bei dem die Amerikaner seit 2008 knapp 400 Millionen Dollar investieren.
Neue Dentalklinik in Planung


In Planung sind noch ein Kindergarten, ein Einkaufszentrum, ein Supermarkt sowie eine Grund- und eine Sekundarschule. Ein neues Fitnesscenter für die Soldaten soll ebenfalls gebaut werden. Und Colonel David J. Julazadeh sprach zudem noch von einem weiteren Bauvorhaben.
Es sei zwar noch nicht in ganz trockenen Tüchern, so der Colonel, aber voraussichtlich werde auf dem Gelände der Air Base auch noch eine neue zahnmedizinische Klinik für 48 Millionen Dollar gebaut. Bernhard Schäfer, Berater von Colonel Julazadeh, erklärt den Grund, warum die Amerikaner so viel Geld in Spangdahlem verbauen. Die Nebenanlage, das Housing in Bitburg, solle bis voraussichtlich 2017 komplett wieder an die Stadt abgegeben werden.Extra

Die Air Force will etwa 230 Millionen Euro in die 34 Hektar große Nord-West-Erweiterung des Luftwaffenstützpunktes investieren. Das Projekt umfasst folgende Bauvorhaben: Ein 24 Millionen Dollar teures Fitness-Center und ein neuer Supermarkt für 25 Millionen Dollar sollen bis zum Jahr 2013 auf dem Gelände entstehen. Mehrere Schulen für etwa 130 Millionen Dollar sind für 2016 geplant. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, betreut ab Mai 2014 ein 12,7 Millionen Dollar teurer Kindergarten den Nachwuchs der Mitarbeiter auf dem Luftwaffenstützpunkt. Momentan laufen die Bauarbeiten an einem Kaufhaus für 30 Millionen Dollar, das im November eröffnen soll. cmo

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