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Kleine Grenzbrücke bleibt länger dicht

In Gemünd an der Our ist der Weg nach Luxemburg weiter gesperrt : Grenzbrücke bleibt länger dicht

Die Ourbrücke in Gemünd wird aber auch über die Corona-Krise hinaus zu bleiben. Denn es stehen umfangreiche Bauarbeiten an.

Rot-Weiße Gitter versperren den Weg. Soll heißen: Hier geht’s nicht weiter. Es ist ein Bild, das sich derzeit an der gesamten luxemburgischen Grenze bietet. Denn auf Anordnung des Innenministeriums wird der Verkehr zwischen den Nachbarländern wieder kontrolliert.

Das Überwechseln ist nur noch in Echternacherbrück, Dasburg und Vianden erlaubt. Alle anderen Brücken sind dicht. Dies soll der Eindämmung der Corona-Pandemie dienen, verlangt aber vielen Pendlern Geduld ab.

Auch die Grenzbrücke im Örtchen Gemünd an der Our ist auf unbestimmte Zeit verrammelt. Und sie wird es wohl noch eine ganze Weile bleiben. Denn anders als viele andere Übergänge wird das Brückchen wohl auch nach einem Sieg über das Virus vorerst nicht wieder geöffnet werden – wann auch immer das sein wird.

Mit Corona hat diese Sperrung allerdings ausnahmsweise nichts zu tun, sondern eher mit dem schlechten Zustand des Brückchens. „Besonders stark befahren ist sie eigentlich nicht“, sagt Viola Hermann, Ingenieurin beim Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein. Denn der Pendlerverkehr fließe vor allem über Echternach. Seit ihrem Bau im Jahr 1956 hatte der Zahn der Zeit allerdings genügend Gelegenheit an dem Bauwerk auf der Landesstraße 10 zu nagen.

Der Überbau sei völlig marode, sagt Hermann. Weil die Fachleute der Betonplatte nicht mehr so recht trauten, habe man bereits Fahrbahnverengungen angebracht – so wird die Brücke nicht auf voller Breite belastet. Nun sei das Bauwerk aber so beschädigt, dass der Ausbau keinen Aufschub mehr zulasse.

Mit einem Abschluss der Arbeiten rechnet Hermann spätestens im Februar 2021: „Wir versuchen schon dieses Jahr fertig zu werden. Aber man weiß bei so einem alten Bauwerk nie, ob man noch Überraschungen findet.“ Die Kosten schätzt die Planerin des LBM auf rund 800 000 Euro.

Einkalkuliert in die Rechnung ist bereits der Bau einer Behelfsbrücke über die Our. Dieses Ersatzbauwerk soll zumindest Fußgängern weiterhin den Weg über die Our ermöglichen.

Dies kommt vor allem den vielen Luxemburgern zugute, die in Gemünd leben, ihre Kinder aber noch im Ländle zur Schule schicken. Sie können weiterhin zur Bushaltestelle auf der anderen Seite des Flusses laufen.

Autopendler allerdings werden, wie bislang schon, über Übereisenbach, Affler, Preischeid und auf die B 410 nach Dasburg, umgeleitet.