Klimaschutz aus Glas

Wärmedämmung und die Erzeugung von Solar-Energie vereint ein neues Produkt das die Bitburger Fandel-Glas-Group in Zusammenarbeit mit der Aachener Firma Schüco produziert.

Bitburg. Die Fandel-Glas-Group mit den Produktionsbetrieben Glas-Fandel und Europane-Glas in Bitburg erschließt neue Geschäftsfelder. Neuestes Projekt des Unternehmens ist die Verarbeitung von Solarmodulen zu Isolierglas. Die ernergieerzeugenden Scheiben werden in Kooperation mit dem Aachener Unternehmen Schüco in Bitburg hergestellt. Die Fandel-Glass-Group hat 230 Mitarbeiter und gilt europaweit als einer der führenden Hersteller auf dem Gebiet hochwertiger Isoliergläser. Täglich können in Bitburg bis zu 6000 Scheiben produziert werden. Dies entspricht der Ausstattung von etwa 270 Einfamilienhäusern. In einem hart umkämpften Markt werden laut Unternehmensführung allerdings nicht mehr die wünschenswerten und notwendigen Margen erzielt. Daher konzentriere sich das Unternehmen immer mehr auf die Erschließung neuer Produktsegmente. Unternehmenschef und vorsitzender Gesellschafter Pierre Fandel ist stolz auf die Innovationskraft seines Unternehmens: "Im Hause Fandel bauen wir seit Jahren auf energieeffiziente und hoch wärmedämmende Isoliergläser in höchster Qualität. Wir waren einer der ersten Hersteller in Deutschland, die Isolierglas mit TPS-Abstandhalter produzieren. Mittlerweile ist TPS ein echter Renner geworden." TPS steht für Thermoplast-Spacer. Dabei handelt es sich um einen Abstandhalter zwischen den Isolierglasscheiben, der aus Kunststoff gefertigt ist und damit die Dämmung im Vergleich zu den üblichen Abstandhaltern aus Aluminium wesentlich verbessert. "So leisten wir mit unseren Produkten auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz", sagt Pierre Fandel.High-Tech-Artikel aus der Eifel

Nach eingehenden Tests werden bei Glas-Fandel jetzt auch Solarmodule zu Isolierglas verarbeitet. Damit wurde eine aus Sicht des Unternehmens Erfolg versprechende Zusammenarbeit mit der Firma Schüco, einem der führenden Systemanbieter für Solartechnik, gestartet. Bei Schüco in Aachen werden die Module von Spezialisten gefertigt und dann zur weiteren Verarbeitung zu Isolierglas nach Bitburg gebracht. Bei Glas-Fandel sorgt man dafür, dass aus den Modulen High-Tech-Isoliergläser werden. Die Module, die aus Sonnenlicht Strom erzeugen, sind zwischen zwei Glasscheiben eingebettet und können nach der Verarbeitung zu Isolierglas in Hausfassaden integriert werden. Kaufen kann man die Scheiben nicht direkt bei Glas-Fandel, sondern nur über Schüco. Erst nach mehreren Besuchen der Schüco-Verantwortlichen in den Produktionsstätten in Bitburg und diversen Probeläufen habe Schüco grünes Licht für die Zusammenarbeit mit Glas-Fandel gegeben. Schüco-Betriebsleiter Torsten Röder sagt: "Unsere Solarmodule Prosol sind absolute High-Tech-Artikel. Zur Weiterverarbeitung zu Isolierglas müssen höchste Anforderungen an Produktion und Endprodukt gestellt werden. Nicht jeder Hersteller kann diese Anforderungen erfüllen. So haben wir uns viel Zeit gelassen, einen geeigneten Partner zu finden." Bei Glas-Fandel sind sei man überzeugt, den Hersteller gefunden zu haben, auf den man sich verlassen könne. Die positive Einschätzung werde durch die bisher abgewickelten Aufträge bestätigt. Unter anderem wurde für Schüco ein architektonisch außergewöhnliches Objekt für die EDF (Electricite de France) in Paris abgewickelt. Auch in Südkorea wurden die Spezialscheiben aus Bitburg in das River Fish Eco Museum in Seomjin eingebaut. Zurzeit wird ein Objekt in Bulgarien sowie das Hauptgebäude der LVM-Versicherungen in Münster und die Islington Academy in London mit den den Solarmodulen in Isolierglas ausgestattet.