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"Klimaschutz fordert uns Christen"

"Klimaschutz fordert uns Christen"

Der Essener Weihbischof Franz Grave war in Biesdorf zu Gast beim St.-Josef-Konveniat, einer Vortragsreihe, bei der einmal im Jahr wechselnde Gastredner zu verschiedenen Problemen sprechen. Thema von Weihbischof Grave war die Position der Katholischen Soziallehre zu den Folgen der globalen Klimaerwärmung.

Biesdorf. (red) Am Biesdorfer Missionshaus samt angeschlossenem Gymnasium begann das St.-Josef-Konveniat mit einer Vesper in der Klosterkirche, an die sich der Festvortrag anschloss. Vor den Ordensbrüdern, Geistlichen und Mitarbeitern der umliegenden Pfarrgemeinden, Gästen kirchlicher Schulen sowie Lehrern und Eltern-Vertretern des Biesdorfer Gymnasiums sprach der Essener Weihbischof Franz Grave zum Thema "Der Klimawandel - eine Herausforderung an die Katholische Soziallehre! Eine Herausforderung auch für die Schule, Gemeinde und Orden?!"Verursacht wird die Erderwärmung nach Ansicht der meisten Wissenschaftler vor allem durch den hohen Energieverbrauch auf der Nordhalbkugel, betroffen von den Folgen dieser Entwicklung sind jedoch vor allem die ärmeren Länder des Südens. Das bedürfe einer ethischen Bewertung, sagte der Weihbischof, die die Deutsche Bischofskonferenz vor zehn Jahren vorgenommen habe und die noch gültig sei. Die Ziele: gerechter Handel und Zugang zu sauberem Wasser und Energie, Planung nachhaltiger Energieversorgung sowie Verantwortung für die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.Er berichtete von seinen Eindrücken aus Südamerika-Reisen als Vorsitzender der Bischöflichen Aktion Adveniat. "Durch pastorale Projekte, die die Lebensweise der Bewohner der Amazonas-Region ernst nehmen, versucht die Kirche vor Ort, sichtbare Zeichen zu setzen, damit den dort lebenden Menschen ein würdevolles Leben möglich ist. Dabei steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund." Verantwortlich sei der einzelne Mensch gegenüber seinem Gewissen und dem Schöpfer. Im kommunalen und privaten Bereich lasse sich gegen den Klimawandel doch mehr als bisher tun. So sei es sehr begrüßenswert, wenn demnächst auf dem Turnhallendach des Gymnasiums Sonnenkollektoren installiert würden. Das Fazit des Referenten: "Die Aufgabe der Kirche darf sich in der Frage des Umgangs mit dem globalen Klimawandel nicht in moralischen Appellen erschöpfen. Christen müssen aufgrund ihrer Schöpfungsverantwortung selbst die Initiative für einen nachhaltigen Klimaschutz ergreifen." An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an.