Klimawandel: Kinder pflanzen 200 Laubbäume in Dasburg

Wald und Klima : Die Dasburger Jugend stärkt den Wald

Unter dem Motto „Mach mit! Der Wald braucht unsere Hilfe!“ hat das Forstamt Neuerburg zusammen mit der Waldjugendgruppe „Luchshorst Dasburg“ und dem dortigen Waldjugendheim zu einer Pflanzaktion eingeladen.

Anlass: der Internationale Tag der Wälder. Mit dabei: 35 Kinder, Eltern und Großeltern.

Sie pflanzten auf einer staatlichen Waldfläche im Mühlbachtal rund 200 neue Bäume und schützten sie gegen Wildschäden per sogenannter Wuchshülle. Der Laubwald, der dort entsteht, soll mit der Klimaveränderung besser zurechtkommen. Daher wurden für diesen Standort passende Bäume gepflanzt: Rot-Erle an sehr nassen Stellen und Flatter-Ulmen, der Baum des Jahres 2019.

Auch in den Wäldern der West–eifel hat der Klimawandel schon sichtbare Spuren hinterlassen. Infolge des Hitze- und Dürresommers 2018 sind viele Bäume einfach verdurstet. Das passierte nicht nur jungen Bäumchen, die noch keine tief reichenden Wurzeln hatten, um an das Wasser im Boden zu gelangen. Auch große, erwachsene Bäume waren betroffen. Die Trockenheit hat zudem zu einer Massenvermehrung der Borkenkäfer geführt. Viele dürregeplagte Bäume konnten nicht mehr genügend Harz ausbilden, um sich gegen die gefräßigen Schädlinge zu wehren. Tausende Bäume starben ab. Ganze Flächen in der Größe mehrerer Fußballfelder sind jetzt kahl. Hinzu kommen die großen Flächen, auf denen die Stürme im März vor allem  Fichten umwarfen.

Sehr froh über die große Teilnehmerzahl und das Engagement der Kinder und Erwachsenen äußert sich der Patenförster der Waldjugend, Carl Schilling. „Der Klimawandel ist in unserer Region angekommen, und sein Tempo bereitet den Bäumen große Probleme. Unsere Aufgabe ist es, den Wald systematisch so umzubauen, dass er häufigerem Extremwetter und der immer rascheren Erwärmung möglichst gut gewachsen ist.“ Ziel dieses Wald-Umbaus ist ein vielfältiger, strukturreicher Mischwald aus vermehrt auch Wärme liebenden Arten – mit Bäumen unterschiedlichen Alters, Höhen und Durchmessern. So steigt die Chance, dass Baumarten dabei sind, die mit dem Klimawandel besser zurechtkommen. Außerdem sollen die Bäume nur auf den für sie geeigneten Standorten wachsen. Darum wurden bei der Aktion nur standortgerechte Bäume gepflanzt. „Mit dem Waldumbau haben wir bereits vor drei Jahrzehnten begonnen. Da wir die Wälder als langlebige Ökosysteme nicht innerhalb kürzester Zeit einfach austauschen können, ist das eine Jahrhundertaufgabe“, macht der Förster auf die Größe der Herausforderung aufmerksam. Dabei seien ein langer Atem und noch viel Anstrengung gefragt.

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