Knapp 120 Schüler präsentieren beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ in Bitburg ihre Projekte.

Wettbewerb : Das Thema sitzt – und die Frisur auch

Knapp 120 Schüler präsentieren beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ in Bitburg ihre Projekte.

Noah Schmitt hat eine Testperson gefunden. Der Schüler des Thomas-Morus-Gymnasiums in Daun pumpt aus seiner kleinen Flasche ein paar Sprühstöße auf die Hände von Hannah Duckart. Die Schülerin verreibt sich die klebrige Flüssigkeit erst in ihren Händen und dann in den Haaren. „Sehen Sie, es funktioniert“, sagt der 14-jährige Noah, blickt dabei auf die drei Erwachsenen, die ihm gegenüber stehen, und demonstriert es dann noch an seiner eigenen Frisur. Ein paar Handbewegungen und schon stehen seine Haare wie bei einem Bürstenkopf.

„Es ist zwar nur ein kleines Projekt“, sagt der Achtklässler, „aber ich möchte damit zeigen, wie man mit wenig Aufwand viel für die Umwelt bewirken kann.“ Das, was Noah zu demonstrativen Zwecken in den Haaren verteilt, ist Haarspray, das er selbst hergestellt hat. Und der Entstehungsprozess war denkbar einfach. Denn die Komponenten seines Produkts sind lediglich Wasser und Zucker. Je höher der Zuckeranteil, desto stärker die Wirkung. „Mein Gel und mein Haarspray kommen also ganz ohne schädliche Zusatzstoffe aus“, erklärt Noah der für den Bereich Chemie zuständigen Jury des Regionalwettbewerbs „Jugend forscht – Schüler experimentieren“.

Und die drei Juroren sind von der Wirkung zwar nicht überrascht, aber durchaus beeindruckt. Wobei das Zuckerwasser auch einen Nachteil hat, wie der 14-Jährige einräumt: Im Sommer würden dadurch Insekten angelockt, erklärt er. Ideal wäre deshalb noch ein Zusatzstoff, der die Mücken und Wespen fernhalte, fügt er hinzu. „Da gibt es bestimmt was“, sagt Noah.Zucker in Verbindung mit Wasser eignet sich – zumindest im Winter – also ideal zum Stylen der Haare. Als Konservierungsmittel für Blumen scheint das Lebensmittel dafür umso weniger geeignet. Zu dieser Erkenntnis sind Emilia Caster, Charlotte Kraus und Dora Molnar gekommen.

Die drei Mädchen besuchen das St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg und haben dort untersucht, wie sich eine Rose für die Ewigkeit konservieren lässt. Nun, mit Zucker jedenfalls nicht.

Und noch schlechter sei der Einsatz von Paraffin, wie die drei Schülerinnen erklären. „Die Rose wird dann gar nicht trocken und fängt an zu schimmeln“, sagt Charlotte und reicht den Jury-Mitgliedern als Beweis eine mit Paraffin behandelte Rose. Waschmittel sei auch nicht gut, sagt Dora. Dann schon eher Haarspray oder Klarlack. Noch besser aber seien Glycerin oder Salz. „Mit Salz hatten wir das beste Ergebnis“, sagt eines der Mädchen.

Während die drei Schülerinnen ihre konservierten Rosen präsentieren, wirft Aurélie Gross sichtlich nervös einen letzten Blick in ihre Unterlagen. Gleich sind sie und ihre Mitschülerin Héloïse Neuberg vom Trierer Humboldt-Gymnasium an der Reihe. Dann müssen sie der Jury erklären, welches das Lieblingsgetränk der Buschbohne ist.

Insgesamt rund 120 Schüler nehmen am Jugend-forscht-Regionalwettbewerb in der Bitburger Stadthalle teil, der seit mehr als 45 Jahren von der Bitburger Brauerei präsentiert wird.

Die insgesamt 66 Projekte, die dabei den verschiedenen Bewertungskommissionen vorgestellt und erklärt werden, kommen aus den Bereichen Physik, Chemie, Biologie Mathematik, Informatik, Technik, Arbeitswelt sowie Geografie und sind dementsprechend breit gefächert.

Einige Projekte haben einen durchaus praktischen Bezug zum Alltag wie etwa die Vertretungsplan-App für die Schule, die Feinstaubmessungen für jedermann oder aber die Antwort auf die Frage, unter welchen Umständen  der Frühstückskaffee am schnellsten abkühlt. Bei anderen Themen sind für das Verständnis gewisse naturwissenschaftliche Grundlagen erforderlich. Wie zum Beispiel beim präsentierten Versuch einer massenspektrometrischen Analyse an einem Eis von McDonald’s oder aber den Studien über die Fragmentierung  von AEA, 2-AG, Norepinephrin und Epinephrin im ESI MS/MS. Bei letzterem geht es um die Frage, ob sich die vorgestellte Nachweismethode durch die Zugabe von Natrium+-Ionen verbessern lässt. Es gäbe dazu bestimmt auch noch andere Fragen. Aber belassen wir es dabei.

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