Knapp eine halbe Million Euro Miese

Knapp eine halbe Million Euro Miese

ARZFELD. Einstimmig hat der Gemeinderat Arzfeld den Haushalt 2005 verabschiedet. Mit einem Fehlbetrag von 433 000 Euro startet die Gemeinde in das neue Jahr.

Die Probleme der Kommunen sind landauf, landab - mehr oder weniger - die gleichen: Miese in den Kassen zwingen zu Sparmaßnahmen, doch die Weiterentwicklung der Infrastruktur will voran getrieben werden, was wiederum Investitionen erfordert. So auch in Arzfeld. Verbandsbürgermeister Patrick Schnieder erläuterte den Haushaltsplan 2005 und die Investitionsfortschreibungen bis 2008. Im Verwaltungshaushalt stehen Einnahmen von 773 000 Euro Ausgaben von 1,2 Millionen Euro gegenüber; das ergibt ein Defizit von 433 000 Euro. Darin enthalten ist ein Soll-Fehlbetrag von 235 000 Euro aus Vorjahren - höher als erwartet, weil die vom Land erhoffte Bedarfszuweisung von 65 000 Euro quotiert wurde. Für die Gemeinde reduzierte sich der Betrag damit auf 16 000 Euro. Viele wichtige Projekte hat Arzfeld bereits in der Vergangenheit auf den Weg gebracht, als noch genügend Fördermittel zur Verfügung standen: der Bürgerhaus-Bau, die Erschließung des Ausstellungsgeländes, Radwegebau und Ferienhausgebiet. Das Bürgerhaus Arzfeld sei das einzige im Kreisgebiet, das kostendeckend arbeite, erklärte Verbandsbürgermeister Schnieder. Außerdem wurden in den letzten Jahren einige Neubaugebiete erschlossen, drei davon allein in den vergangenen fünf Jahren: "Quobach II", "Quobach III" und "Hinter Zwanken". Diese Gebiete sind bereits zum größten Teil bebaut, und Arzfeld hat eine der höchsten Einwohnerzuwachsraten im Kreisgebiet. "Es ist nicht mehr viel Spielraum vorhanden", resümiert Patrick Schnieder. "Die Löcher werden größer, und die Perspektiven fehlen", sagt der Arzfelder Verwaltungschef. Nach den Vorgaben des Innenministeriums hat man auch in Arzfeld den Gewerbesteuerhebesatz von 330 Prozent auf 350 Prozent erhöht. "Marginale Mehreinnahmen, womit kein Haushalt saniert werden kann", kommentiert Schnieder. Um künftig überhaupt noch in den Genuss von Bedarfszuweisungen zu kommen, beugte man sich der staatlichen Vorgabe.Die Postagentur ist geschlossen

Mit 220 000 Euro steht der endgültige Verkehrsausbau im Gebiet "Quobach III" im Investitionsplan. Davon schlägt der Straßen-ausbau mit 200 000 Euro zu Buche, für Ausgleichsflächen wurden 20 000 Euro veranschlagt. Für Wanderwege entlang der Bahntrasse sind 7000 Euro geplant. Für den weiteren Radwegebau rechnet man mit Kosten von 12 000 Euro. Zur Disposition stehen außerdem Ausbau und Restaurierung der Kinderspielplätze. Grundsätzlich sei künftig ein vorsichtiges Investieren notwendig, legt Ortsbürgermeister Alfons Kockelmann die Marschroute fest. Alfons Kockelmann teilte bei der Sitzung unter anderem mit, dass die Postagentur in Arzfeld geschlossen wurde. Für eine Post-Service-Filiale wurde noch kein Partner gefunden. Entgegen anders lautender Gerüchte seit die Forstdienststelle in Arzfeld nicht gefährdet.

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