KNÖLLCHEN

Zu unseren Berichten "Ein Notfall? Streit um einen Strafzettel" (TV vom 4. Januar) und "Unverständnis bei den einen, Zustimmung von den anderen" (TV vom 6. Januar) schreibt dieser Leser:

Handelt es sich bei diesem Artikel um Journalismus oder eine Humoreske? Was war passiert? Ein Mann mittleren Lebensalters setzt sich nach Einnahme eines Abführmittels ins Auto und fährt in ein Klinikum, das wohl üblicherweise in 30 Minuten Fahrzeit zu erreichen sei. Da geht es schon los: Das ist fahrlässig! Bei dieser Geschwindigkeit muss man sich fragen, ob die Verkehrssicherheit noch gewährleistet ist. Nun benötigt er für die Strecke 50 Minuten, was bei Winterwitterung in der Eifel und vielen Baustellen bundesweit nichts Ungewöhnliches ist. Das von ihm angesteuerte Parkhaus hat wegen Reparaturarbeiten geschlossen (kommt vor). Er muss dringend auf Toilette, könne keine "einzige Minute" mehr warten, parkt sein Auto vor einem Café mit Parkschein für zwei Stunden. Das wirft Fragen auf: Warum verschwendet er wertvolle Zeit für das Ziehen des Parkscheins, wenn er sowieso weiß, dass er die Zeit überschreiten und einen Strafzettel bekommen wird? Hätte er nicht in dem Café auf die Toilette gehen können? Jetzt will er den Bußgeldbescheid über 25 Euro nicht bezahlen, obwohl er schon auf Kosten der Versichertengemeinschaft für rund 500 Euro wegen mangelnder Fahrgelegenheit (!) im Krankenhaus übernachtet hat. Waren da weder ein Taxi noch ein Hotel vorstellbar? Ich hoffe, er musste wenigstens die zwei ärztlichen Atteste honorieren, wie es berufsrechtlich vorgeschrieben ist. Damit wäre das Bußgeld fast schon bezahlt gewesen. Der dickste Knüller: Der TV bietet hier ein Forum und berichtet über diesen alltäglichen Fall auf zwei Drittel einer Seite samt Fotos und einem an Naivität kaum zu überbietenden Kommentar. Ich hoffe, die Stadtverwaltung gibt nicht nach und schafft keinen Präzedenzfall für endlose Folgeklagen. Richtig wäre, das Strafmaß wegen Dreistigkeit zu verdoppeln. Dr. Axel Steinke, Veldenz