Köhler geht, Streit um Platz geht weiter

Köhler geht, Streit um Platz geht weiter

OBERWEIS. Campingplatz-Pächter und Restaurantbesitzer Alwin Köhler will sein Eigentum in Oberweis verkaufen und aus dem Pachtvertrag mit der Verbandsgemeinde Bitburg-Land aussteigen – möglichst rasch. Auf die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Ortsgemeinde Oberweis und VG Bitburg-Land hat das keine Auswirkungen.

Alwin Köhler will nicht mehr. Im Gespräch mit dem TV sagte der Pächter des Oberweiser Campingplatzes und Besitzer des in unmittelbarer Nähe liegenden Restaurants "Köhler-Stuben", dass er sein Engagement in Oberweis beenden will. "So schnell wie möglich", sagt Köhler. Aus gleich mehreren Gründen sei die Geschäftsgrundlage für ein sinnvolles Arbeiten nicht mehr gegeben. Köhler bringt seine Stimmungslage auf einen Nenner: "Die Kraft für die Arbeit ist noch da, die Kraft für die politischen Querelen nicht mehr." Ortsgemeinde glaubt an Rückgabe

Grund für das Ende seiner unternehmerischen Tätigkeit ist nach Worten des 57-Jährigen das ständige Hin und Her um die Zukunft des Campingplatzes. Den will die Ortsgemeinde Oberweis zusammen mit dem zur so genannten Freizeitanlage Oberweis gehörendem Sportplatz von der Verbandsgemeinde Bitburg-Land zurückhaben. Hintergrund: Bis zur Bildung der VG Bitburg-Land gehörten Anlagen und Gelände der Ortsgemeinde. Insgesamt 16 Jahre lang war Köhler in Oberweis tätig: Erst nur als Pächter des Campingplatzes. Später baute er das Restaurant. Dieses will er ebenso wie den in seinem Besitz befindlichen Spielplatz verkaufen. Den Betrieb sollten seine beiden Söhne übernehmen. Die sind sich inzwischen mit ihrem Vater einig, dass es derzeit "keine Perspektiven für den Campingplatz gibt." 26 Arbeitnehmer - teilweise handelt es sich um Saisonkräfte - beschäftigt Köhler derzeit. Für die will der Unternehmer eine sozialverträgliche Lösung finden, wenn er aufhört. Der neue Besitzer könnte ein eingespieltes Team übernehmen, sagt Köhler, der hofft, dass es einen nahtlosen Übergang zu den neuen Besitzern gibt. Wer auch immer neuer Herr des Platzes wird, der übernimmt einen der am besten bewerteten Plätze in ganz Deutschland. Einen entsprechenden Leistungsvergleich gewann die Vier-Sterne-Anlage vor einigen Wochen. Auf Bundesebene gehört er zu den 33 besten Plätzen überhaupt. "Wir haben Chancen auf einen Rang weit vorne", sagt Köhler. "Früher war vier Wochen Saison auf dem Campingplatz, heute sind es drei Monate", sagt der 57-Jährige. Das sei ein deutliches Zeichen, wie beliebt die Anlage sei. Offiziell 230 Stellplätze gibt es entlang der Prüm zwischen Oberweis und Bettingen. Rund 100 000 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt. Das entspreche einer Kaufkraft von mindestens 2,5 Millionen Euro, die außerhalb der Anlage ausgegeben würden, sagt der 57-Jährige. Sobald Köhler das Kapitel Oberweis abgeschlossen hat, wird er sich nach eigener Aussage stärker der Verbandsarbeit widmen. Unternehmerisch tätig wolle er nicht mehr werden. Keine Auswirkungen hat die Ankündigung Köhlers auf die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Ortsgemeinde Oberweis und Bitburg-Land. Ortsbürgermeister Erwin Schmidt: "Wir werden vor dem Verwaltungsgericht Trier auf Rückgabe von Campingplatz und Sportplatz klagen." Diesen Weg geht die Ortsgemeinde, da sie zuvor vor dem Kreisrechtsausschuss mit dem Wunsch auf Rückgabe keinen Erfolg hatte (der TV berichtete). Damit treffen sich Orts- und Verbandsgemeinde zum zweiten Mal in Sachen Camping- und Sportplatz vor Gericht. Beim ersten Aufeinandertreffen mussten die Oberweiser anerkennen, dass der Übergang von Schwimmbad, Camping- und Sportplatz zu lange her ist, als dass er rückgängig gemacht werden könnte. Eine eventueller Anspruch war ganz einfach verjährt. "Der Richter hat aber gesagt, dass eine Rückgabe durchaus ein Chance hat, da die Verbandsgemeinde einen Teil der Anlage verkaufen will", sagt Schmidt. Um die teilweise hochemotionalisierte Diskussion über einen neuen Sportplatz zu versachlichen, sei zudem laut Schmidt die Ortsgemeinde gemeinsam mit dem Oberweiser Sportverein dabei, eine Kostenberechnung anzustellen. Sie soll aufzeigen, was ein Sportplatz kostet, wenn die bisherige Spielfläche verloren geht und als Stellfläche für den Campingplatz genutzt wird. Schon jetzt sei absehbar, dass ein neuer Platz wohl 800 000 Euro koste, sagt Schmidt. Zur Klage der Ortsgemeinde gegen die Verbandsgemeinde will sich Jürgen Backes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburg-Land, nicht weiter äußern. Die Position der VG sei bekannt. Vor einem Gespräch mit dem Pächter wollte er nichts über die Pläne Köhlers sagen.