Kolumne Eifel-Einsichten : Dialäggd

Ach du heilige Sch ... äh ... Schneifel! Dieser Tage steckt mir Erich Reichertz vom Geschichtsverein ein Ding, das mich voll aus der Bahn wirft. Und euch auch, passt auf, weil nämlich: Diese Woche hat doch der Professor Weinfurter am Europatag des Prümer Gymnasiums diesen hinreißenden Vortrag über Karl den Großen gehalten. Und kurz davor erzählt mir Erich, dass der Kaiser damals, Achtung, jede Menge Sachsen (also die, die Karls Missionierung überleben durften) hier bei uns deponiert hat. Und dass wir deshalb alle ... also einige von uns ... dass wir also ... hm ... vorbibbscht! Wie sach ichs nur d’m Lesor?!? Dass also ... joh, wir hier irgendwie auch, nu, Sachsen sind. Klar, wer sich den Eifeler anschaut und bedenkt, wer hier alles durchgerauscht ist, der weiß schon, dass wir ein bunter Haufen aus allem möglichen sind. Kelten, Germanen, Franken, Frank ... zosen, was weiß ich. Und: Römer. Samt nubischen Legionären. Oh ja, alles dabei, Topmischung. Da weiß ich jetzt auch, warum in meiner Studentenzeit in Essen mal ein Frisör, als ich das Übliche verlangte – „schön kurz“ – empört aufkreischte: Aber nein, das geht gar nicht! Sie haben einen ... römischen Kopf! Dann schnippelte er ein paar Fitzel weg und kassierte eine Summe, für die ich hier viermal hätte gehen können und wirklich die Haare kupiert gekriegt hätte. Sogar mit Fassong.

Aber Sachsen? Auwei. Aber das bringt mich auf einen Witz aus Vormauerfallzeiten: Da hat sich ein Sachse mutig davon- und in den Westen rübergemacht und landet erst mal im Aufnahmelager: Ob er denn aus politischen Gründen geflüchtet sei, fragt man ihn. Antwort: „Nee.“ Dann vielleicht aus wirtschaftlichen Motiven? Antwort: „Nee.“ Ja, aber warum denn dann? Antwort: „Ich gonnde dähn Dialäggd nich mähr erdraachn!“

Und wisst ihr was? Jetzt, wo ich so in meiner römischen Rübe drüber nachdenk: So schlimm ist das mit dem Sachse-Sein auch nicht. Den kriegen wir doch auch noch integriert hier. Dochdoch. Guck:

Nu weärd abor nich geronndt!