Kolumne Eifel-Einsichten : Ein Segen

Ich sitz hier, Leser, und will so vor mich hin kolumnieren, da packt mich die Panik. Man kriegt jeden Tag neu die Krise, weil schon wieder die unglaublichsten Dinge passieren und einfach durchgehen. Je mehr sich einer erlaubt, desto leichter kommt er damit durch.

Es wird gelogen, dass es kracht, und keinem hat’s was ausgemacht.

Das reimt sich, seh ich gerade ... mal gucken, ob ich so weitermachen kann ...

Befrei dich Mensch, von jeder Last

Die du mit all dem Denken hast

Ich will dir heute dazu raten:

Vertraue mir und nicht den Daten

Die Fakten? Lass sie lieber liegen

Die kannste wunderbar zerbiegen


Fällt dir ein Appel auf die Stirne

Dann sag ich dir: Es ist ne Birne

Leg ab die Last des Lernens, jetz!

Und mach dich auf ins Internetz!

Warum sich ans Reale klammern?

Wir seh‘n uns in den Echokammern!

Zu moralisch? Find ich auch. Wer hilft mir in der Not? Wer lässt den Eifeler lachen, wenn der Kolumnist versagt? Natürlich, Webers Hans aus Bitburg. Er schickt uns noch eine Maler-Story von damals, als er selbst noch Stift war. Zu Beginn seiner Lehre, sagt Hans, „renovierten wir mal wieder im Pfarrhaus Liebfrauen zu Bitburg. Der ältere der beiden Gesellen, Schabos Hänns (Gott hab’ ihn selig)“ sei auch so eine Granate gewesen, trinkfreudig, „oder wie mein Vater immer sagte ,goot zefoß am Haals‘.“

Standardsatz des Gesellen auf trockenen Pfarrhausbaustellen: „Eich määnen, hei get et nommen Weihwasser ze soufen.“ In diesem Fall aber habe es noch nicht einmal das gegeben für die drei Malerjungs. „Als wir die Arbeiten beendet hatten“, erzählt Hans Weber, „fragte der Pastor: ,Was ist euch denn lieber? Der Segen oder ein Trinkgeld?‘“ Die Antwort von Schabos Häns, der offenbar keine Probleme hatte, Seelenheil und Profit pragmatisch zusammenzudenken: „Heer Pasdur, am leewsten wier es e geseent (gesegnetes) Trinkgeld!“

Danke, Hans und Hänns! Jetzt geht’s mir besser. Gesegnetes Wochenende!

Et jit net jerannt.

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