Kolumne Eifel-Einsichten : Liebe Lesenden und Lesendinnenden

An diesem Wochenende ist ja Beda-Markt, wo wieder Himmel und Menschen hinwallfahren, da will ich doch die Gelegenheit nutzen, hier mal so richtig auf die Ka ..., Dings, Bescheid zu sagen, weil: guckt ja sowieso keiner.

Oder mich mit Dingen zu befassen, für die hier normalerweise nicht der Raum ist. Ich kann also schreiben, was ich will. Juhu!

Über die Stürme der vergangenen Tage zum Beispiel, da habe ich mir echt Gedanken gemacht. Obwohl: Darüber sollte man lieber keine Witze machen, dafür hab ich ja allein schon viel zu viel Muffe, wenn ich so unter manchen Eifelbäumen durchgondele, immer mit der Frage: Soll ich lieber Gas geben, also rennen, um noch drunter durchzukommen, oder doch eher höösch, also langsam machen, um noch bremsen zu können? Manche von denen sehen nämlich aus wie ich frühmorgens. Als würden sie sich, wie ich, jetzt gern lieber mal sofort wieder hinlegen.

Heute, als ich zum Dienst fuhr, hatten das bereits wieder welche getan, etwa ein halbes Dutzend lagen links und rechts des Eifel-Highways, und deshalb schließe ich mich den Forstamtsleuten an, wenn die sagen: Bleibt bloß raus aus den Wäldern.

Aber diese Namen ... Eberhard. Franz. Gebhard. Ich bin jedes Jahr froh, wenn die Sturmbezeichner mit dem „F“ durch sind. Damit nicht hinterher, wenn Tief Fritz alles umgehauen hat, mir das auch noch in die Schuhe geschoben wird.

Was mich endlich zum Thema bringt: Namen. Bezeichnungen. Genau, die Gender-Debatte. Die ich nicht, wie andere, hö, Herrschaften und Sprachstalinisten, für „Wahn“ halte. Denn ich will auch nicht als etwas bezeichnet werden, das ich nicht bin. Gebt’s zu, Leser ... äh ... Lesepersonen, ihr auch nicht! Wie habe ich es als kleiner Junge gehasst, wenn mit jemand einen Namen verpasste, den ich nicht wollte. Und als großer Junge (für die gestern demonstrierende, von mir zumindest moralisch unterstützte Fridays-for-Future-Jugend: alter, zukunftsloser Sack) hasse ich es immer noch.

Deswegen finde ich, dass wir da alle ein bisschen sensibler sein sollten. Auch wenn mir bisher noch kein Vorschlag zur Verbesserung oder der korrekten Geschlechterinklusion gefällt. Nö, die Teutonen und Teutoninnen versuchen stattdessen schon wieder, es in ihrem Regelungs-, pardon, -Wahn zu übertreiben und totzubürokratisieren. Mit Sternchen: Bürger*innen. Mit Schräger: Handwerker/innen. Mit Unterstrich: Idiot_innen. Mit schmerzhaften Partizipialkonstruktionen: Radfahrende. Studierende. Spinnende. Die Verbraucherzentrale müsste sich demzufolge in Verbrauchendenzentrale umbenennen. Die Trierische Volksfreundin müsste Lesendenreisen anbieten. Und wir hier bei der Zeitung wären alles Redigierende. Oder muss das Redigierendinnende heißen?

Nä. Solche Bezeichnungen kommen mir nicht ins Wortemonnaie. Aber wie sollen wir’s besser machen? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Und begebe mich deshalb erst einmal unter die ... Frühstückenden? Nä, da schlag ich lieber ein Ei drüber. Der Kolumnierende: ratlos. Bis auf einen, alle Geschlechter garantiert inkludierenden Tipp: Et jit net jerannt.