Kolumne Eifel-Einsichten : Im Algo-Rhythmus

Ich weiß schon, warum ich die Eifelkolumne nicht gern ins Internetz stelle. Weil: Du kannst da in einen Zusammenhang geraten, in den du gar nicht geraten willst. Als am Montag Notre Dame brannte, hatte youtube flott ein Filmchen im Netz, bei dem auf den Anschlag vom 11. September 2001 verwiesen, Pardon, verlinkt wurde.

Hatte nichts miteinander zu tun, außer dass das eine schrecklich war und das andere auch, nur noch viel, viel schrecklicher. Die Ursache? Irgendein superscheinschlauer „Algorithmus“ sei schuld, redeten sie sich raus. Kurz darauf zeigte die New York Times ein Video zum Brand in Paris. Mit Aufnahmen vom Kölner Dom. Dem zu wünschen ist, dass er noch mindestens so lange steht, wie die Kölner gebraucht haben, um ihn zu bauen. 632 Jahre (man nennt das deutsche Effektivität. Die Berliner sollten sich beim Flughafen auf weitere Verzögerungen einstellen).

War bestimmt auch irgendein Algorithmus, das mit dem Kölner Dom. Im Internetz wird dir schnell auch was in die Schuhe geschoben, wofür du gar nicht verantwortlich bist. Oder irgendeiner schmückt sich mit deinen Ideen, also fremden Federn (dies ist eine Osterkolumne, gack), da könnte ich aus der Hühnerhaut fahren (Ja, ich schaue auf dich, Herr ... unleserlich, Anm. d. Korr.). Wie dem auch sei. Beziehungsweise (Osterkolumne) wie dem auch’s Ei: Die ganzen Internetzpropheten können mich mal mit ihren Algorithmen gewaltig an meinem analogen A ... also, am Buckel runterklötern. Da ist jetzt, ganz analog, Schicht, Schluss, Eierabend. Schöne Ostern. Et jit net jerannt.

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