Kolumne Eifel-Einsichten : Acht- bis neunsam

Ich hab noch ’ne Anekdote!“, raunt der liebe Ari Göbels aus Lissendorf (noch jüngst musizierten wir miteinander, und wir werden’s, so drohen wir froh, bald wieder tun) über den Tisch, und ich sperre die Ohren auf.

Seine Story nämlich untermauert perfekt das Eifeler Effektivitäts- und Spargebot. Wir sind aber gar nicht beim Mauern, sondern beim Malen: Schaffte Ari doch in jungen Jahren schon im väterlichen Betrieb (heute ist er der Boss), weshalb es ihn eines Tages auch nach B ... äh ... in einen hier nicht näher genannten Ort des schönen Oberen Kylltals verschlug. Der Auftraggeber war einer von jenen Menschen, die damals bereits „Achtsamkeit“ in höchster Ausprägung vorführten. Also bevor es schick wurde. Nun galt die alleinige Achtsamkeit des Hausherrn seinem Geld. So sehr, dass es fast schon eine Neun- wenn nicht gar Zehnsamkeit war, was die familiäre Zweisamkeit hier und da belastet haben dürfte. Und so muffte er herum, in steter Sorge um die Finanzen, während Baustelle und Handwerker zu verdorren drohten wie heutzutage ganze Landschaften infolge der klimabedingten Trockenheit. Dann aber habe ihn die nette Gemahlin so lange liebevoll kujoniert, bis er dann doch bereit war, den Jungs ein paar Bier zu stiften. Wie gern er das tat, zeigte sich beim Servieren: Er knallte ihnen die Stubbis hin und röhrte: „Da!!! .... SOUFT!!!“

Die Gattin, sagt Ari, „hat uns dann auch bezahlt. Er nicht.“

Prost, Ari. Und alle. Et jit net jerannt.

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