Kolumne Eifel-Einsichten : Notizen von der Wagenkante

Und? Alle gut durch den Schnee gekommen? Ich hoffe doch, wir wissen ja hier damit umzugehen. Also im Prinzip. Aber unsere Winter sind inzwischen sowas von harmlos geworden, dass schon bei zwei Tagen mit etwas Weiß von oben bei allen der Verstand massiv auszuflocken droht.

Und ja, das hat mit dem Klima zu tun. Das ist nicht nur Wetter, was da gerade nicht winterlich ist.

Und der Karneval? Auch überstanden? Mir half wieder die lange Unterbuxe aus Bundeswehrbeständen, obwohl ungedient. Vor allem am Sturmsonntag. Da kam ich aus Olzheim und Neuendorf zurück ins warme Redaktionszimmerchen, um geschockt festzustellen: Oha, einer dir besonders nahestehenden Person ist im Eifer des Eifeler Jeckengefechts der an empfindlicher Stelle positionierte Reißverschluss nach unten gesunken. Und dann am nächsten Morgen die Angststarre, beim habituellen Sichten der Polizeimeldungen mit dieser Schlagzeile: „Mann entblößt sich in ...“ war aber nicht Olzheim. Und dann dachte ich: Wär auch egal gewesen, wenn doch, du entblößt dich ja sowieso jede Woche mitten in der Zeitung. Leser: Ich tu’s für euch.

Wo ich aber gerade in Olzheim bin: Danke an den netten Wagenbegleiter, der mich da angehauen hat. Die haben ja auch nen harten Job, denk ich immer: Drum herum tobt das Frohsinnschaos, und die müssen achtgeben, dass ihnen keiner vor die Karre gekegelt wird. So welche wie ich zum Beispiel.

Ich sprang da, längst klamottenklamm, fingersteif und windzerschnetzt, zwischen den Karnevalswagen umher, kaum noch etwas erkennend (kein Wetter für Brillenträger war das), trotzdem aber irgendwie noch ein paar Fotos versuchend. Er lachte mich an und rief: „Ou Mann, dir hatt och en harten Dschobb!“ Bedankt, Mann!

Ja, endlich hat‘s mal einer erkannt.

Drum schließ ich mit:

Et jit net jerannt.