Kolumne Eifel-Einsichten : Das Gute, das es auch noch gibt

Jetzt macht uns das dumme Virus auch noch die schönen Eifeler Wendungen kaputt. Hier, Post von Franz-Rudolf Molitor aus Mürlenbach „im mittleren Kylltal“, den das alles an seine Jugend in der mittleren Vergangenheit erinnert.

Er schickt uns ein „typisches Gespräch im molitorschen Elternhaus am späten Sonntagvormittag, mitten in den allerbesten Siebziger Jahren“. Guck:

Erziehungsberechtigte Molitorperson (streng): „Wo warst du gestern Nacht?“

Erziehungsresistente Jungmolitorperson (müde und genervt): „Wir waren noch mit der ganzen Korona bei Temmels und anschließend im Eifeler Hof.“

Tja. So ein schönes Wort. Jetzt auch infiziert. Benutzen wir es trotzdem, man darf sich nicht alles versauen lassen. Deswegen: danke, Herr Molitor!

Apropos Sauen: Weil wir in diesen immer dramatischeren Tagen auch schöne Nachrichten brauchen, kommt hier gleich die nächste aufbauende Injektion, eingesandt von Christian Moik aus Aachen – „seit mehr als zwei Jahrzehnten Jäger und Wanderer in der Eifel, besonders in der Schneifel“, wie er sagt.

Er war nämlich, die Älteren unter uns werden sich erinnern, vor zwei Wochen, an jenem wilden Winterdonnerstag, „gegen 22.30 Uhr“ bei immer noch leichtem Schneetreiben am Saum der B 265 vom Forsthaus Schneifel in Richtung Mooshaus unterwegs. Und zwar „vom Sauen-Ansitz zurück zu meinem Auto“. Sauen-Ansitz, Superwort auch. Kurz darauf blickte er, noch besser, in ein doppeltes Frauen-Antlitz: Denn als er dort so langstapfte, „hielt neben mir ein PKW mit zwei netten Damen, die mich fragten, ob sie mich irgendwohin bringen könnten. Sie waren extra mit ihrem Auto umgedreht, um mir zu helfen.“

Die Hilfe habe er zwar nicht gebraucht. Die Freude über das Angebot wärmt ihn aber bis heute: „Diese spontane Hilfsbereitschaft hat mich riesig gefreut. Es war wie ein zusätzliches Geschenk nach meinem 76. Geburtstag am Vortag. Den beiden Damen noch einmal meinen herzlichen Dank! Schön, dass es so etwas noch immer gibt!“

Danke, Herr Moik, Glückwunsch nachträglich an Sie – und, finde ich, auch an die beiden netten Damen. Und hier mein Wunsch an die gesamte Eifelkorona: Bleibt gesund, Leute. Oder werdet’s wieder.

Et jit net jerannt.