Kolumne Eifel-Einsichten : Koffein

Dereinst, wenn sie mir den Prozess machen, die Lebensleistung gesamtbewerten, das finale Urteil fällen, wenn ich geradestehen muss vor dem Moraltribunal für alles, was ich tat und ließ, wessen ich mich schuldig machte und wo ich fehlte, warum ich hier nicht klüger und dort nicht freundlicher agiert, wieso ich diesen Weg einschlug und jenen, den Rechten, verschmähte, dann, ja dann ... wird’s maximal auf eine Vier minus im Zeugnis hinauslaufen.

Fehler gemacht! Mist gebaut! Immer wieder! Und dann kann ich nur in einem sagen, dass ich darin richtig gut gewesen sei (abgesehen vom zeilengenauen Kolumnieren, wenn von unten die Anzeigen drücken. Eine unterschätzte Kunst). Ja, in einem darf sogar ich als Meister mich fühlen: Im „Sachen-anstellen-für-die-man-richtig-blöd-sein-muss“. Wie diese Woche: Ich in die Redaktion rein, froh und schreibbereit, Kaffeemaschine angemacht, rüber ins Büro, und dann: Moment, wenn hinten in der Küche der Kaffee rausläuft, wieso steht dann meine Tasse noch hier? Alles versaut. Und einmal, da habe ich einen Wasserkocher genommen ... und, äh, nicht auf den Wasserkocheruntersatz gestellt. Sondern: auf die (das tut jetzt weh) schon zart glühende Herdplatte. Und dann bin ich raus eine rauchen gegangen. Wie das ausging? Ach, so Vier minus. Et jit net jerannt.